Neue Zahlen der Stadt 

Handwerk: Immer weniger Betriebe in München - der Grund ist die gute wirtschaftliche Lage

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Gebäudereiniger haben das größte Minus bei den angemeldeten Betrieben.

Die Zahl der Handwerksbetriebe in München sinkt. Das geht aus einem Bericht des Statistischen Amtes hervor. Demnach waren im Juni 2019 nur noch 20 349 Firmen in München gemeldet. Das sind 1423 weniger als zu Beginn des Jahres 2016. Signifikant ist der Rückgang in der Branche der Gebäudereiniger.

VON SASCHA KAROWSKIHandwerk hat goldenen Boden, heißt es. Doch in München nimmt die Zahl der Betriebe stetig ab. Das hat das Statistische Amt der Landeshauptstadt ermittelt. Dem Bericht zufolge stiegen die Anmeldungen bei der Handwerkskammer nur in wenigen Berufen, zum Beispiel bei Fotografen, Kosmetikern und Friseuren. Den größten Rückgang verzeichnen die Gebäudereiniger, die allerdings auch am meisten Betriebe in der Stadt gemeldet haben.

Der Begriff des Handwerks umfasst alle Betriebe, die im Handwerk oder in einem handwerksähnlichen Gewerbe tätig sind – insgesamt rund 150 Berufe. Wer in München als selbstständiger Handwerker arbeiten will, muss sich bei der Handwerkskammer anmelden. Laut diesen Zahlen sind die meisten Handwerksbetriebe in München in der Gebäudereinigung tätig (4074 Betriebe Ende 2018). 2092, also halb so viele Betriebe sind Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerfirmen. Danach folgen Kosmetiker mit 1681 und Friseure mit 1485 Betrieben. Aufgestiegen auf Platz fünf sind die 893 Betriebe der Fotografen (Vorjahr: 820). Sie haben die 881 Elektrotechnikerbetriebe (Vorjahr: 894) auf Platz sechs verdrängt.

Insgesamt nimmt die Zahl der Betriebe ab. Im Zeitraum von Dezember 2016 bis Dezember 2018 zählte das Statistische Amt mehr schrumpfende als wachsende Handwerkszweige. In 76 Handwerksberufen nahm die Zahl der Betriebe innerhalb von zwei Jahren bis zum Jahresende 2018 um 1138 ab. Bei 47 Berufen änderte sich die Zahl nicht. Zuwachs gab es nur in 25 Handwerksberufen um insgesamt 290 Betriebe. Den stärksten Zuwachs verzeichneten zum Jahresende 2018 mit einem Plus von 150 Betrieben die Fotografen. Auf Platz zwei folgen die Kosmetiker mit 69 Betrieben, die Friseure mit 17 und die Konditoren mit 11 Betrieben mehr zum Jahresende 2018. Alle anderen Berufe wuchsen maximal um jeweils fünf Betriebe innerhalb der untersuchten zwei Jahre.

Die zwei größten Rückgänge in absoluten Zahlen waren von Dezember 2016 bis Dezember 2018 bei den dominanten Handwerkszweigen zu finden: Die Gebäudereiniger nahmen um 312 Betriebe und die Fliesen-, Platten- u. Mosaikleger um 166 Betriebe ab. Trotz alledem kommt der Chef der Handwerkskammer, Franz Xaver Peteranderl, zu dem Schluss, dass es dem Handwerk „derzeit wirtschaftlich gut“ gehe. „Und das ist auch ein wichtiger Grund dafür, dass die Zahl der Handwerksbetriebe in München zuletzt leicht abgenommen hat: Gerade in Gewerken mit vielen Ein-Mann-Betrieben, etwa im Gebäudereiniger- und Fliesenlegerhandwerk, ist es durchaus üblich, dass diese in wirtschaftlichen Hochphasen wieder vom Markt verschwinden und sich die Inhaber stattdessen fest anstellen lassen.“ Ein weiterer Grund für den Rückgang der Betriebe sei der Mangel an Gewerbeflächen in der Stadt: „Wenn sich prosperierende Unternehmen vergrößern möchten, ist dies oftmals nur möglich, indem sie das Stadtgebiet verlassen und sich im Umland neu ansiedeln. Ebenso verhält es sich bei der Suche nach einem Nachfolger: Wenn ein Betrieb niemanden findet, der das Geschäft weiterführt, muss er irgendwann schließen.“

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