Handy-Parken: So geht’s

+
Bei Parkbeginn muss dem Anbieter die Nummer der Parkzone mitgeteilt werden.

München - Der Stadtrat kommt der bargeldlosen Bezahlung per Mobiltelefon einen Schritt näher. Wie das Handy-Parken funktioniert:

Die Bezahlung von Parkgebühren per Mobiltelefon, kurz Handy-Parken, wird seit gut sechs Jahren in immer mehr Städten praktiziert. Nun will auch München dieses bargeldlose Verfahren ausbauen. Zumindest verabschiedete der Stadtrat einen Vorschlag von Baureferentin Rosemarie Hingerl, die eine Weiterverfolgung des Projekts auf Basis einer „Plattformlösung“ empfahl. Das bedeutet ein offenes System, dem sich jeder zertifizierte Anbieter anschließen kann.

Bremen hat 2005 den Anfang gemacht, Köln, Hamburg und Berlin folgten. Die Erfahrungen dieser Großstädte hätten sie bewogen, nicht die konkurrierende „Insellösung“ mit nur einem Anbieter vorzuschlagen, so Hingerl zur tz. 2012 soll das System einsatzbereit sein.

Wie funktioniert das Handyparken?

- Man registriert sich einmal per Telefon oder Internet beim gewünschten Systemanbieter. Die Plakette, die man per Post erhält, wird im Kraftfahrzeug angebracht.

- Beim Parken informiert man den Anbieter per Anruf oder SMS mit Angabe der Parkzonenkennung (steht auf dem Parkscheinautomaten). Ab jetzt läuft die Parkzeit.

- Bei Parkende schickt man eine Leer-SMS an den Betreiber. Die Parkzeit wird gestoppt. Die – minutengenaue (bisher galt der 12-Minuten-Takt) – Abrechnung läuft über Mobilfunkrechnung, Lastschrift, Kreditkarte oder Prepaid-Guthaben.

Kontrolliert wird mit internetfähigen Handys oder Erfassungsgeräten. Welche Geräte man anschaffen muss und was sie kosten, muss noch geklärt werden.

Die CSU findet die Festlegung von Rot-Grün auf die Plattformlösung falsch. Gleich nach ihrer Niederlage im Ausschuss beantragte sie: Die „einfachere“ Insellösung mit nur einem Anbieter soll im Rennen bleiben. Bei dieser entfalle das Pickerl. CSU-Fraktionschef Josef Schmid: „Jeder Autofahrer kann spontan, ohne vorherige Registrierung, über eine SMS, die lediglich sein Kfz-Kennzeichen enthält, einen gültigen elektronischen Parkschein lösen.“

Dieses System müsste aber ausgeschrieben werden, so ein Einwand von Baureferentin Hingerl. Zudem trügen bei Insellösungen die (meist kleineren) Kommunen die Kosten des Betriebs. Außerdem: Der Nutzer müsse die ganze gebuchte, nicht nur die tatsächlich genutzte Parkzeit zahlen.

Barbara Wimmer

auch interessant

Meistgelesen

Münchner Tagesmutter verhaftet - Pressekonferenz im Video
Münchner Tagesmutter verhaftet - Pressekonferenz im Video
Stammstrecke kurz gesperrt: Große Verspätungen am Freitagmorgen
Stammstrecke kurz gesperrt: Große Verspätungen am Freitagmorgen
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt

Kommentare