Münchner mit Spezialantennen

Er misst eine Million Blitze am Tag

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Professor Hans-Dieter Betz in seiner Münchner Blitzzentrale

München - Am Himmel kracht und zuckt es, als sich grelle Blitze mit mehreren tausend Volt im Himmel über dem Olympiaturm entladen. Ein heftiges Sommergewitter über München – für Hans-Dieter-Betz ist das Routine.

Der Leiter der Münchner Firma nowcast kann Gewitter in ganz Europa orten: Über Spezialantennen fängt er die Radiowellen auf – ähnlich wie beim Rundfunk.

„Wir messen jeden einzelnen Blitz, manchmal sind das bis zu eine Million am Tag“, sagt Betz, der auch Physik-Professor ist. Seine Messungen zeigen: Die Gewitter in Deutschland werden immer heftiger, mit Stromstärken bis zu 200 000 Amper – Steckdosen im Haushalt sind mit 16 Amper gesichert. Oft gebe es regelrechte Blitznester, die von starkem Hagel und stürmen begleitet werden.

Mit seiner Spezialtechnik kann Blitz-Papst Betz auch Stärke und Richtung von Gewittern vorhersagen. Viele Messstationen übermitteln ihre Daten an den zentralen Server, der in München steht. So können Blitze bis auf rund 100 Meter geortet werden – die sensiblen Daten sind für Wetterdienste, Militär und Energieunternehmen wichtig. Auch der Flughafen München gehört zu den Kunden.

Die Sommerferien bringen viel Arbeit für Blitzforscher Betz, prognostiziert Dominik Jung von www.wetter.net: „Es geht sommerlich bis hochsommerlich weiter, mit vielen schwülwarmen Tagen“, so der Metereologe. Aber: „Gerade abends ist mit einigen Gewittern zu rechnen, die lokal auch sehr heftig ausfallen können.“ Jung ist sicher: „Es wird den ganzen August so weitergehen.“

Andreas Thieme

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