„Selbstbedienung“ bei Burgerkette

Pech für „Hans im Glück“: Mitarbeiter zocken unglaubliche Summe ab – nur eine Sache bewahrt sie vor dem Knast

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Ein Geständnis rettete Pascal C. (li.) und Nigel K. (beide 26) vor dem Gefängnis.

Zwei Mitarbeiter bedienten sich bei der Burger-Kette „Hans im Glück“ aus der Kasse und machten eine Beute von rund 27.000 Euro. „Den Angeklagten wurde es sehr einfach gemacht“, so der Richter.

München - Sie ist eine der ganz großen Burger-Ketten: 13 Filialen betreibt Hans im Glück allein in München. Vor zwei Jahren hatte das Unternehmen aber großes Pech: Zwei Mitarbeiter bedienten sich aus der Kasse und machten eine Beute von rund 27.000 Euro. Betroffen war die Filiale im Tal. Mehr als fünf Monate rechneten beide Mitarbeiter falsch ab, erst danach flog der Schwindel auf. Am Freitag standen beide vor Gericht.

„Es tut mir sehr leid“, sagte Haupttäter Pascal C. (26). Und sein Komplize Nigel K. ergänzte: „Ich wünschte, ich könnte die Sache ungeschehen machen.“ Die Staatsanwaltschaft hatte das Duo wegen Untreue und Urkundenfälschung in 37 Fällen angeklagt und warf ihnen „hohe kriminelle Energie vor“.

Im Jahr 2016 hatten Pascal C. und Nigel K. jeweils die Kasse ausgetrickst: Sie rechneten zu hohe Beträge ab und zahlten sich die Differenz in bar aus. Die Belege hatten sie geschickt manipuliert. Aber: „Möglich waren die Taten nur durch technische Fehler im Kassensystem“, sagte Staatsanwältin Rebekka Schmidt.

„Hans im Glück“: „Wir schließen derartige Vorfälle in Zukunft aus“

Hans im Glück kann das nicht nachvollziehen. „Wir sind zutiefst betroffen, dass es zu diesem Vorfall überhaupt kam“, sagt eine Sprecherin. „Im Rahmen der vollumfänglichen Digitalisierung der Prozesse im Kassensystem schließen wir derartige Vorfälle in Zukunft aus.“

Pascal C. hatte zunächst als Aushilfe bei Hans im Glück gearbeitet. Über zahlreiche Schichten war er „in die Vollzeit reingerutscht“, wie er sagt. „Ich wusste, dass unsere Taten irgendwann rauskommen, und habe frühzeitig ein Geständnis abgelegt.“ Im Prozess wiederholte er es – so wie auch Nigel K. „Das allein hat Sie vor dem Gefängnis bewahrt. Die Beweislast war dermaßen erdrückend“, sagte der Richter und sprach Bewährungsstrafen für beide Angeklagte aus: K. erhielt zwei Jahre, sein Komplize ein Jahr und zehn Monate.

„Den Angeklagten wurde es sehr einfach gemacht. Zum Glück wurden danach bei Hans im Glück die Sicherheitsbedingungen geändert. Und ich denke, das wurde auch Zeit“, sagt Verteidiger Benedikt Stehle im Prozess. Das veruntreute Geld müssen die beiden Ex-Mitarbeiter nun in Raten komplett zurückzahlen. Verstoßen sie gegen die gerichtlichen Auflagen, droht sofort Gefängnis.

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