Untergiesing kommt nicht zur Ruhe

Hans-Mielich-Platz: Ärger um zwei Bäume

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Diese beiden Bäume am Hans-Mielich-Platz sind abgestorben

München - Eigentlich sollte endlich Ruhe einkehren am Hans-Mielich-Platz in Untergiesing. Doch nach dem Theater um die blau lackierten Bänke ist nun neues Ungemach entstanden.

Neun Monate, nachdem Sechzger-Fans die ursprünglich rot gestrichenen neuen Bänke nachts heimlich in blau umlackiert hatten, wurden auf dem Platz jetzt neue hölzerne Sitzauflagen im neutralen Naturton montiert.

Einen auf 600 Unterschriften gestützten Vorschlag von Löwen-Anhängern, die Bänke in Eigenarbeit weiß-blau zu lackieren, hatte der Bezirksausschuss abgeschmettert – Bayern-rot sollten sie auch nicht wieder werden. Eigentlich wäre doch alles in Ordnung, oder? Von wegen! Denn jetzt gibt es schon wieder Ärger wegen der Umgestaltung des Platzes, die dem Steuerzahler 2,25 Millionen Euro gekostet hatte.

Kritiker hatten schon gerügt, dass man die stattlichen Baumhaseln in der Mitte des Platzes und eine Pappel sowie weitere Bäume am Rand gefällt und stattdessen junge, kleine Bäume gepflanzt hatte. Dazu auch noch Rosskastanien, die spätestens im September wegen der allgemein verbreiteten Miniermotte welke Blätter tragen.

Jetzt sind am südlichen Ende des Platzes zwei große alte Baumhaseln abgestorben. Unbekannte haben an dem völlig abgestorbenen Stamm Zettel befestigt mit dem Liedtext der legendären Schlagersängerin Alexandra: „Mein Freund der Baum ist tot.“

Bilder: Löwen-Fans lackieren rote Bänke blau

Bilder: Löwen-Fans lackieren rote Bänke blau

Max Heisler von der Aktionsgruppe Untergiesing glaubt, dass die Umgestaltung des Platzes schuld sein könnte am Dahinsiechen der Bäume: „Wir haben zusammen mit einem Landschaftsgärtner eine Begehung am Hans-Mielich-Platz gemacht. Hier wurde nicht professionell gearbeitet, meinte der Landschaftsgärtner.“

Das Baureferat widerspricht: „Ein vereidigter Sachverständiger stellte in einem Gutachten fest, dass die Baumaßnahmen am Hans-Mielich-Platz ,nicht als ursächlich angenommen werden können‘.“ Es bestünde der Verdacht, dass die Ursache für den Baumtod eine für diese Baumart häufige Pilzerkrankung ist. In der letzten Juniwoche sollen die beiden Bäume gefällt werden, im Herbst werden neue gepflanzt.

Heisler: „Hoffentlich fallen die nicht so mickrig aus wie die auf dem Platz.“

J. Welte

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