570.000 Euro futsch

Betrüger von Mull-Gattin verurteilt

+
Einer der Angeklagten im Prozess um den Betrug an Müller-Wohlfahrt-Gattin Karin.

München - Die beiden Betrüger, denen Karin Müller-Wohlfahrt zum Opfer gefallen ist, sind am Montag verurteilt worden. Sie kamen allerdings gnädig davon.  

Dieses Urteil ist auch eine Watschn für Karin Müller-Wohlfahrt: Die beiden Gauner, die die Gattin des Bayern-Docs um 570.000 Euro betrogen haben, kamen am Montag gnädig davon. Der dickleibige Karlheinz I. (64), der der 61-Jährigen mit dem Künstlernamen Karen LaKar abenteuerliche Renditen von 60 Prozent jährlich versprochen hatte, muss zwei Jahre und drei Monate in den Knast. Drahtzieher Ulrich K. (57) bekam zweieinhalb Jahre aufgebrummt. Die Staatsanwältin hatte für beide vier Jahre Knast gefordert.

„Die Beweisaufnahme trug teilweise folkloristische Züge“, sagte Vorsitzender Richter Peter Noll mit einem Schmunzeln. Die Einlassungen von Karlheinz I., der wortreich seine Tat zu vernebeln versuchte, sorgten schon für Kopfschütteln. Noll weiter: „Auch das Verhalten der Geschädigten war bemerkenswert.“ Damit meinte er nicht nur die unentschuldigte Verspätung des Ehepaars Müller-Wohlfahrt. Noll attestierte der Frau des Bayern-Docs „ein ausgesprochen leichtfertiges Verhalten“.

„Auch wenn die Beweisaufnahme komische Züge getragen hat, bleibt es ein Betrug“, so der Richter. „Es war glasklar eine Täuschung, nur deshalb hat Frau Müller-Wohlfahrt ihr Geld hergegeben.“

Eine Bewährung, wie von den Verteidigern gefordert, seien unter diesen Umständen nicht mehr drin: „Dafür ist die Summe zu groß.“ Noll weiter: „Die letzten 100 000 Euro waren schon der dickste Hund von allem. Man fährt gemeinsam nach Rom, obwohl man wusste, dass das Geld den Bach runtergeht.“

Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt als Zeuge über das Treffen in Rom: „Herr I. sprach ohne Punkt und Komma von tollen Renditen. Seine ganze Erscheinung gefiel mir nicht, ich war misstrauisch und wollte nichts weiter mit ihm zu tun haben. Das habe ich meiner Frau auch so mitgeteilt.“ Doch diese ließ sich von der angeblich wundersamen Geldvermehrung blenden und trug den Gaunern ihr Geld geradezu hinterher.

Wo und bei wem sich das Geld befindet, bleibt großteils im Dunkeln. „An Schadenswiedergutmachung ist nicht zu denken“, so Noll. Karin Müller-Wohlfahrt hatte im Zeugenstand erklärt, sie habe gar nicht versucht, ihr Geld einzuklagen. Noll verständnisvoll: „Sie wirft kein gutes Geld dem schlechten hinterher.“

Eberhard Unfried

Auch interessant

Meistgelesen

31-Jähriger am ZOB niedergestochen: Neue Details
31-Jähriger am ZOB niedergestochen: Neue Details
Die Stadt der Zuagroasten: Was Neu-Münchner anzieht
Die Stadt der Zuagroasten: Was Neu-Münchner anzieht
Ganz schön schräg: Palme löst Polizeieinsatz auf Odeonsplatz aus
Ganz schön schräg: Palme löst Polizeieinsatz auf Odeonsplatz aus

Kommentare