Börsenmakler vor Gericht

Zockte er mit dem Geld der Müller-Wohlfarths?

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Börsenmakler Stefan O. auf der Anklagebank.

München - Über 600.000 Euro überwies die Gattin von Bayern-Doc Müller-Wohlfarth auf das Privatkonto von Stefan O. Der soll damit an der Börse spekuliert - und verloren haben. Nun geht es vor Gericht um möglichen Bandenbetrug.

60 Prozent Rendite jährlich? Das schien Karin Müller-Wohlfahrt (63) ein lukratives Investment. Die Frau des Bayern-Docs überwies im Jahr 2009 insgesamt 620 000 Euro an ihren Anleger Karlheinz I. (64) – der hatte die Künstlerin aber bitterbös reingelegt. Ihr Erspartes Geld war futsch, aber das Landgericht verknackte Karlheinz I. im Dezember 2013 zu zwei Jahren und drei Monaten (tz berichtete).

Bis heute ist der Betrugsfall aber noch nicht abgeschlossen! Seit Montag wird auch Stefan O. (40) der Prozess gemacht – als Teil der Betrügerbande soll er sich laut Anklage strafbar gemacht haben. Seit 2008 hatte der Börsenmakler geschäftlich mit Karlheinz I. zu tun. Gemeinsam wollten sie fette Spekulationsgewinne einfahren. „Ich hatte eine Handelsstrategie ausgearbeitet, verfügte aber nicht über das nötige Investitionsvolumen“, sagt Stefan O. am Montag aus. Das Geld sollte Karlheinz I. heranschaffen. „Er erzählte mir, er hat eine reiche Kundin, die investieren will.“ Es ist Karin Müller-Wohlfahrt: Ihre 620.000 Euro hatte sie zwischen März und August 2009 direkt auf das Privatkonto von Stefan O. überwiesen – der handelte laut Anklage jeweils damit. „Immer nur auf Anweisung“, versucht er sich herauszureden. Richter Peter Noll nagelt ihn aber fest: „Sie wussten, dass die Sache nicht ganz koscher ist. Es darf Ihnen nicht egal sein, woher das Geld kommt, mit dem Sie spekulieren.“

Seinen Fehler gesteht der Finanzexperte ein – und auch, dass der Frau des Bayern-Docs falsche Versprechen gemacht wurden. Sie hatte auf rund 350 000 Euro Gewinn gehofft. Tatsächlich erhielt sie nur eine Rückzahlung über 50 500 Euro. Die Schuld an dem Finanzdesaster schoben sich Karlheinz I. und Stefan O. am Ende gegenseitig zu.

Trotzdem legt Stefan O. nur ein Teilgeständnis ab. Wegen Bandenbetrugs droht ihm nun der Knast!

A. Thieme

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