Happy Birthday, Radio Charivari!

Seit 25 Jahren dabei: München-Reporter Oliver Luxenburger

München - Alles begann mit einem R'n'B-Song ... Nun ist 95.5 Charivari schon ein Vierteljahrhundert alt – die tz als einer der Gesellschafter sagt: herzlichen Glückwunsch! Anekdoten aus 25 Jahren Radio:

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Alles begann mit How Will I Know von Whitney Houston. Mit diesem Lied ging der neue Sender am 1. April 1986 auf der Frequenz 95,5 auf Sendung. Und nun ist 95.5 Charivari schon ein Vierteljahrhundert alt – die tz als einer der Gesellschafter sagt: herzlichen Glückwunsch! Bis 1990 spielte die Station vor allem Schlager und Oldies, dann eroberten englischsprachige Hits die Lautsprecher. Heute bekommt der Hörer buntgemischt aktuelle Hits und Lieder aus den Neunzigern. Neben Service – jede halbe Stunde Nachrichten, morgens viertelstündlich Wetter und Verkehr – und aktuellen München-Infos wird ab 5 Uhr der Spaß groß-geschrieben. Dafür sorgen unter anderem das Morgenshow-Team, Radiolegende Ali Khan und Kult-Elemente wie das verrückte Telefon. Auf weitere 25 Jahre!

25 Jahre Charivari – das sind auch 25 Jahre Oliver Luxenburger auf Sendung. Der 47-jährige Reporter ist der Mann der ersten Stunde. „Ich glaube, dass ich der einzige Reporter in einem deutschen Privatradio bin, der einem Sender so lange treu geblieben ist.“

Dabei hätte die Karriere auch gleich nach ein paar Wochen zu Ende sein können. „Kaum einer wusste damals, wie Radio wirklich funktioniert. Es war wahnsinnig chaotisch. Eines Abends schrie mein Chef durch die Redaktion: ‚Wer liest eigentlich die 19 Uhr-Nachrichten?‘ Keine Antwort. ‚Dann musst du ran, Oli, ist ja sonst keiner da‘.“ Oli, der schon als Bub mit einem Mikro Radiomann spielte, stellte sich gut an – und sollte 20 weitere Jahre Nachrichten sprechen.

Spannender aber sind die vielen Geschichten, die er als Reporter erlebt hat. Es gab sogar lebensgefährliche Situationen: „Einmal hatte sich ein Geiselnehmer in der Winzererstraße verschanzt. Wir Reporter verfolgten das Drama stundenlang mit. Irgendwann schlenderte ich seelenruhig über eine Wiese, um mir was zu essen zu holen. Genau in diesem Augenblick warfen sich alle Polizisten auf den Boden. Ich wundert mich noch, warum die so hektisch sind. In diesem Moment hörte ich Schüsse – der Täter schoss aus dem Fenster heraus! Ich hatte Riesenglück …“ Auch bei der Berichterstattung über die Ausschreitungen an der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf wurde’s brenzlig: „Ich bin in einem Polizeihubschrauber mitgeflogen. Dieser wurde von unten mit Steinschleudern beschossen.“

Die Großzahl der Anekdoten passen besser in die Kategorie „Pleiten, Pech und Pannen“: „Etwa die, als Franz Josef Strauß in die Redaktion kam und wir ganz eilig das schmutzige Geschirr und Flaschen hinter dem Studio-Vorhang versteckten. Und was tut er? Er sieht sich neugierig um und schiebt als erstes den Vorhang beiseite. Da sind ihm die Flaschen nur so entgegengepurzelt“, erzählt Luxenburger.

Technische Pannen gab’s in den Anfangstagen beinahe täglich: „Zum Beispiel als Radio 2Day noch auf derselben Frequenz am Abend lief: Es gab Tage, da hab’ ich rübergeschaltet und minutenlang kam gar nichts.“ Mal hatte die Platte einen Sprung, mal kam das falsche Lied, weil die Platte in der falschen Hülle steckte, mal musste der Beitrag ausfallen, weil die Aufnahmen von einem Pressetermin nur noch Bandsalat waren. „Das war so anstrengend früher.“

Heute kommen die Lieder nicht mehr von der Platte oder CD, das Aufnahmegerät läuft nicht mehr mit Kassetten, und die Aufnahmen werden nicht mehr an der Bandmaschine gekürzt und neu zusammengesetzt. Alles funktioniert digital. Passt dem Reporter ein „äh“ aus einem Interview nicht oder gar eine ganze Passage, dann kann er auf dem Computerbildschirm einfach die entsprechende Stelle im Kurvendiagramm rausschneiden, also löschen.

In einem Vierteljahrhundert hat Oliver Luxenburger Radio-Geschichte miterlebt. Olis ausführliche München-Reportagen aber sind geblieben. „Zweieinhalb Minuten lang – das gibt’s im Privatradio sonst fast nicht mehr.“ Einfach um 17. 30 Uhr Jo & Co. einschalten!

Nina Bautz

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