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„Ich hab‘s satt Vermieter zu sein“

Dauerstreit vor Gericht: Mieterin (76) bekam 2018 Kündigung - doch sie will nicht ausziehen

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Ein Hauseigentümer zieht in München gegen seine Mieterin vor Gericht. (Symbolbild)

Ein Wohnungseigentümer aus Harlaching wird seine Mieterin nicht los. Auch eine Räumungsklage blieb erfolglos. Jetzt wird der Fall vom Landgericht München I neu bewertet. 

Sein Haus hat er selbst gebaut, 1986 war das, in Harlaching. Bernhard Rohleder (73) erinnert sich ganz genau. Noch heute wohnt der Rentner darin und hat eine Wohnung vermietet. Mit dieser hat der Vermieter nun aber gehörig Ärger. Denn: Der Mieterin (76) hatte er im März 2018 gekündigt, sie aber will nicht ausziehen.

Harlaching: Vermieter genervt von Rechtsstreit

Seit gestern beschäftigt der Fall das Landgericht. Dort tobte Bernhard Rohleder: „Ich hab‘s satt, Vermieter in München zu sein. Mir steht‘s bis hier.“ Für seine Einliegerwohnung in der Langobardenstraße gilt ein Sonderkündigungsrecht: Der Mieterin darf er ohne triftige Gründe kündigen, wenn sie mit in seinem Haus lebt, so regelt es eine Sonderklausel im Bürgerlichen Gesetzbuch (Paragraf 573a).

Doch Ina Feindt (76) wehrt sich – für die Seniorin ist das Gesetz der Horror. Seit fünf Jahren lebt sie in der 83-Quadratmeter-Wohnung, zahlt 1560 Euro Miete. „Ich bin nur eingezogen, weil mir ein langfristiges Mietverhältnis versprochen wurde. Ich will unbedingt in Harlaching bleiben, hier ist mein Umfeld.“ Der Kündigung widersprach sie, der Vermieter reichte daraufhin Räumungsklage ein. Das Amtsgericht gab ihm Recht. Doch Ina Feindt ging in Berufung, jetzt muss das Landgericht München I den Fall neu bewerten.

Vorwurf der Mieterin: Im Haus gebe es mehr als zwei Wohnungen. „Damit ist die Kündigung hinfällig“, sagt ihre Anwältin Lisa Matuschek. Bernhard Rohleder widerspricht: „Im ersten Stock habe ich seit 2006 nur ein Buchhaltungsbüro vermietet.“ Die Stadt bestätigt das. Laut Gesetz dürfenBüro- und Geschäftsräume der Kündigungs-Regelung für Einlieger-Wohnungen „nicht mitgezählt werden“, erklärt Rohleders Anwalt Martin Klimesch.

Vermieter und Mieter haben sich nichts mehr zu sagen

Seit 16 Monaten schwelt derStreit. Das Haus hatten sich die Richter bereits persönlich angeschaut, jetzt sollen Zeugen aussagen. Erst im Oktober wird der Prozess aber fortgesetzt. „Ich habe Angst, wie es weitergeht“, sagt Ina Feindt. Das Verhältnis zum Vermieter sei schwierig. „Wir reden kein Wort mehr miteinander.“

Immerhin: Für sie gilt neben der gesetzlichen Kündigungsfrist eine Verlängerung von mindestens drei Monaten. „Damit soll verhindert werden, dass sich Vermieter und Mieter zerfleischen, wenn sie so nah aufeinander hocken“, sagt Anja Franz vom Mieterverein.

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Erst vor wenigen Wochen warf ein Vermieter-Mieter-Streit die Frage auf: Ist das noch zumutbar? Vermieter verklagt eine 92-jährige Münchnerin auf Räumung – Eigenbedarf!

Schüsse, qualmende Reifen, gefährliche Fahrmanöver: Immer wieder sorgen die Ausschweifungen von vor allem türkischen Hochzeitsgesellschaften für Ärger - auch in München.

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