"Die haben sich das ausgedacht"

Prügelvorwürfe gegen renommierten Uni-Professor

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Fühlte sich von Randalierern provoziert: Ottmar K. (Name geändert).

München - Ein renommierter Medizin-Dozent einer Münchner Uni muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, einen 21-Jährigen böse verprügelt zu haben.

Aber, aber, Herr Professor! Ein renommierter Medizin-Dozent einer Münchner Uni muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten. Laut Anklage hat Prof. Ottmar K. (46, Name geändert) am frühen Morgen des 26. März 2013 zwei Randalierer vor seinem Wohnhaus in Harlaching vermöbelt.

Michael K. (21) und Philip S. (20) hatten die Nacht durchgefeiert, als sie sich in die ruhige Sackstraße verirrten, in der der Mediziner ein hübsches Haus bewohnt. Er habe gerade in seinen BMW steigen wollen, so der Professor, als die beiden Trunkenbolde auf ihn zugegangen seien. „Sie waren stark alkoholisiert“, so der Angeklagte. Aus den weiten Pupillen und der triefenden Nase von Michael K. schließt der Mediziner: „Das spricht für Kokain-Konsum.“ Die Burschen hätten sich über sein dickes Auto lustig gemacht. Und: „Sie haben mich bedrängt.“

Gehirnerschütterung, blaue Flecken und ein verrenkter Unterkiefer

Laut Anklage hat Ottmar K. jedoch die beiden massiv beleidigt und gerufen: „Verpisst Euch!“ Die Burschen provozierten ihn mit den Worten: „Wir wissen jetzt, wo du wohnst...“ Darauf, so die Staatsanwaltschaft, ging der Professor auf Michael K. los: „Er schlug ihm mit der Faust ins Gesicht und trat ihm sodann mehrmals mit dem Knie ins Gesicht.“ Die Folge: Eine Gehirnerschütterung, blaue Flecken und ein verrenkter Unterkiefer.

Das könne alles nicht stimmen, verteidigt sich der Angeklagte. Er habe den 21-Jährigen lediglich festgehalten, aber nicht verprügelt: „Er sollte stehen bleiben, bis die Polizei kommt.“ Er ist der Meinung, dass er völlig zu Unrecht beschuldigt werde: „Da haben die beiden Herren sich was Schönes ausgedacht.“

Philip S. gibt als Zeuge Provokationen gegenüber Passanten zu: „Wir haben Spaß gemacht mit den Leuten.“ Sein Spezl sollte am Dienstag ebenfalls als Zeuge aussagen, er kam jedoch nicht. Deshalb muss der Prozess fortgesetzt werden. Michael K. wird am 21. Februar erneut in den Zeugenstand geladen.

E. Unfried

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