Erkrankung

Virus-Alarm in Harlaching: Ärzte retten infiziertes Zwergerl

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„Wir freuen uns riesig auf Zuhause“: Der sechs Wochen alte Alexandros hat seine Viruserkrankung überstanden. Mama Parthena Parassidou dankt dem Harlachinger Chefarzt Prof. Dr. Marcus Krüger (Mitte) und dem Leitenden Oberarzt Dr. Dr. med. Florian Bauer.

Es fängt an wie ein harmloser Schnupfen – kann für Babys aber zur Lebensgefahr werden. In München schlägt das RS-Virus gerade wieder zu: Kinderärzte behandeln viele kleine Patienten, die an der durch das Virus ausgelösten Atemwegsinfektion leiden. Eine ernst zu nehmende Erkrankung, die selbst viele Eltern nicht kennen!

Alleine auf Station K2 der Kinderklinik Harlaching werden gerade 80 Prozent der kleinen Patienten wegen des RS-Virus behandelt. „In diesem Jahr ist die Verbreitung wieder besonders stark, aber wir sind wie jedes Jahr da-rauf vorbereitet“, erklärt Prof. Dr. Marcus Krüger, Chefarzt der Klinik für Neonatologie der München Klinik Harlaching und Schwabing. Auch Kinderarztpraxen wie in der Sommerstraße oder der Hirschauer Straße melden vermehrt Fälle. 

Mit Husten fing es an

Einer von ihnen: der sechs Wochen alte Alexandros. Neun Tage lang musste der kleine Bub in der München Klinik Harlaching über eine Nasensonde mit Sauerstoff versorgt werden – ein Riesenschreck für seine Mama Parthena Parassidou (36). „Er hat eines Abends angefangen zu husten“, sagt die Erzieherin. „Weil es schlimmer wurde und er hastig geatmet hat, sind wir am nächsten Tag zum Kinderarzt – und der hat uns gleich in die Klinik geschickt.“ Hier bestätigt sich sofort der Verdacht: Alexandros ist mit dem RS-Virus infiziert. „Ich war ganz geschockt“, sagt seine Mama. „Von dem Virus hatte ich vorher noch nie etwas gehört.“ 

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Bei einer RS-Virus-Infektion drohen Atemaussetzer und Lungenentzündung

Das sogenannte Respiratory Syncytial Virus zeigt sich bei Erwachsenen oder älteren Kindern in Erkältungssymptomen wie Schnupfen, Halsschmerzen und trockenem Husten. Gerade für Säuglinge kann die ausgelöste Atemwegsinfektion aber schwere Verläufe nehmen, etwa zu Lungenentzündung, spastischer Bronchitis oder Atemaussetzern führen. Oft stecken sich die Kleinen an älteren Geschwistern an, die das Virus aus dem Kindergarten mitbringen. „Im Alter von zwei Jahren hatte jedes Kind bereits Kontakt mit dem Virus“, erklärt Prof. Dr. Krüger. Eltern sollten Erkältungssymptome ihrer Kinder immer genau beobachten. 

Die Kleinsten sind besonders gefährdet

Besonders gefährdet: die kleinsten Zwergerl. Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift, die Viren abzuwehren. „Wir behandeln gerade ein elf Tage altes Baby, das lebensgefährlich erkrankt war und auf der Intensivstation künstlich beatmet werden musste“, so Prof. Dr. Krüger. Es gilt: „Hat Ihr Kind hohes Fieber über 39 Grad, ist es apathisch und will nicht essen oder trinken, gehen Sie schnell zum Arzt!“ Übrigens: Alexandros darf die Klinik wieder verlassen – nach neun Tagen Bangen. „Wir freuen uns riesig auf Zuhause“, sagt die Mama. Und auf Alexandros Bruder (3). Der hat seinen Zwerg nämlich vermisst.

Christina Meyer

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