Video: SEK mit 60 Mann im Einsatz

Am Harras: Verwirrte Frau bedroht Passanten

München - Aufregung am Harras: Die Polizei hat am Dienstagmittag eine Frau überwältigt, die in der U-Bahn Passanten mit einem Messer bedroht hatte.

Noch am Montag hatte Münchens Polizei-Vizepräsident Robert Kopp vor der großen Gefahr gewarnt, die von aggressiven Tätern mit Messern ausgeht. Vorangegangen war das blutige Wochenende mit einem Doppelmord an zwei Frauen in Ramersdorf und zwei weiteren versuchten Morden bei einer Kneipenstreiterei in der Isarvorstadt und einem Beziehungsdrama in der Au mit drei Verletzten. Am Dienstag setzte sich die unheimliche Messer-Serie fort: In Perlach stach ein Koch seinen Chef mit einem Messerstich nieder (siehe Bericht unten). Und im U-Bahnhof am Harras (Sendling) jagte eine mit zwei Messern bewaffnete, drogensüchtige Frau (47) mehreren Pendlern Angst und Schrecken ein.

Der erste Notruf ging um 12.14 Uhr in der Einsatzzentrale der Polizei ein: „Hier rennt ein Mann mit Messern herum!“ Ein Riesenaufgebot von 60 Polizisten raste mit Blaulicht zum Harras. Mehrere Fahrgäste waren bereits fluchtartig aus dem Bahnhof gerannt. Die U6 wurde gestoppt, der ganze Bahnhof geräumt und stromlos geschaltet. Auch der Verkehr am Harras wurde umgeleitet, um Platz für die Einsatzfahrzeuge zu schaffen. Amok-Alarm in München – ein Schock für die Passanten in der U-Bahn!

Auf dem Bahnsteig der stadteinwärts fahrenden U6 trafen die Polizisten dann tatsächlich den vermeintlichen Messerstecher an, der sich bei näherem Hinsehen als kräftige Frau mit Kurzhaarschnitt und männlichen Gesichtszügen erwies. Mit zwei Messern ging die hochaggressiv herumschreiende Frau drohend auf die Polizisten zu.

Die Beamten zogen ihre Waffen, versuchten sie mit Pfefferspray außer Gefecht zu setzen. Obwohl sie voll trafen, zeigte die Frau keinerlei Reaktion. Das lag vermutlich an ihrem verschärften Alkohol- und Drogenkonsum. Kurz vor einer weiteren Eskalation setzte sich die Frau auf den Bahnsteig und drohte damit, sich umzubringen. Ihre Messer hielt sie eisern fest, blieb aber sitzen – wenn auch schimpfend und weinend.

Die Polizisten hielten sie in Schach, bis die für solche Fälle ausgebildeten Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) eintrafen. Um 12.55 Uhr wurde die unter Wahnvorstellungen leidende Frau überwältigt und entwaffnet. Danach gab sie jede Gegenwehr auf.

Die 47-Jährige ist der Polizei schon lange als Konsumentin harter Drogen bekannt und wurde in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Kurz danach wurde der Bahnhof am Harras wieder freigegeben – nach fast einer Dreiviertelstunde Amok-Angst mitten in der Stadt!

Dorita Plange

Bilder: Polizei überwältigt Frau am Harras

Rubriklistenbild: © Klapp

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