Hartz-IV-Empfänger erpresst Autohaus

München - Der Plan war perfide: Ein Mann wollte an Geld kommen, in dem er Kindesentführungen vortäuschte. Doch der 63-Jährige flog auf, und muss sich nun vor Gericht verantworten. 

Mit vorgetäuschten Kindesentführungen wollte er ein Autohaus erpressen: Ein 63-jähriger Mann hat die Tat am Freitag zum Auftakt seines Prozesses vor dem Münchner Landgericht gestanden. Er muss sich wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung verantworten. Der Mann soll laut Anklage im Oktober 2010 einen Erpresserbrief an ein Autohaus in Murnau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) geschickt haben, in dem er 150 000 Euro forderte.

“Wir haben zwei Kinder ihrer Angestellten an zwei verschiedenen Orten in unserer Hand“, behauptete der angebliche Kidnapper. Für drei andere Filialen des Autohauses lägen “mehrere Sprengsätze bereit“. Der Angeklagte gab Übergabeort und -zeit an und schloss seine Drohung mit den Worten: “Wir sind Profis in Sachen Sprengstoff und Waffen. Keine Polizei.“ Die Eigentümerin des Autohauses ging zum Schein auf die Forderung ein. Beim Abholen des Geldes wurde der Angeklagte festgenommen.

Als Grund für die Tat nannte der 63-jährige ehemalige Inhaber einer Fahrschule eine Geldforderung seine Ex-Frau. Sie hatte von ihm 67 000 Euro als Rückzahlung eines Darlehens gefordert und mit Klage gedroht. Diese Summe habe er als Hartz-IV-Empfänger nicht aufbringen können. Er habe am Monatsende meist nicht einmal mehr Geld für Lebensmittel gehabt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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