Ans Regal gehängt, getreten und geschlagen – Brutale Filme im Internet

Hasen-Folter: Tierschützer stoppen Skandal-Videos!

Üble Quälerei: der Hase im YouTube-Film

München - Armer, armer Hase: Zwei grauenhafte Drei-Minuten-Filme im Internet-Video-Portal YouTube lösten bei mehreren Münchner Tierschutz-Organisationen einen Sturm der Entrüstung aus.

Der erste Film zeigt ein weißes Zwergkaninchen mit braunen Ohren und rosa Näschen, dass an Vorder- und Hinterbeinen gefesselt senkrecht an einem Regal hängt und minutenlang gekniffen, geschubst und geschlagen wird. Die Öhrchen sind von Nadeln durchbohrt. Das Häschen verliert dabei mehrfach fast das Bewusstein. Das Köpfchen kippt immer wieder nach hinten.

Der zweite Film zeigt ein ähnliches Kaninchen, das völlig durchnässt und verängstigt in einer Duschbadewanne hockt. Das Tier wirkt apathisch, der Atem rast. Ein Männer-Fuß in Sandale tritt mehrfach nach dem kleinen Hasen, der kaum noch reagiert.

Der Münchner Tierschutzverein bekam vergangene Woche einen Hinweis auf die Videos. Sprecherin Beate Eteläkoski: „Wir haben uns bei befreundeten Organisationen erkundigt, was man tun kann und letztlich Anzeige bei der Polizei erstattet.“ Der Fall landete auf dem Tisch bei Kriminalhauptkommissar Kilian Irschina. Er sieht in diesen Fällen Verstöße gegen das Tierschutz- und Jugendgesetz (bei YouTube surfen täglich Millionen Kinder) und hat die Akte schon an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Bei seinen Recherchen erfuhr er, dass der YouTube-Server in Kalifornien steht. Für die Suche nach dem Standort des Computers, an dem die Filme eingestellt wurden, ist nun ein Rechtshilfeersuchen nötig. Damit wird die Ermittlung mühsamer – aber nicht unmöglich. Immerhin: Nur einen Tag später waren beide Filme gelöscht.

Dorita Plange

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