Am Herzzentrum München operiert

Im Hauptbahnhof kollabiert: Ärzte retten Flüchtling das Leben

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Händeschütteln mit dem Klinik-Chef: Alaa Al-Obaday dankt Rüdiger Lange.

München - Der herzkranke Alaa Al-Obaday flüchtet aus dem Irak in die bayerische Landeshauptstadt. Im Hauptbahnhof München bricht der 54-Jährige zusammen.

Es ist eine unglaubliche Odyssee, die Bau-Ingenieur Alaa Al-Obaday aus Bagdad hinter sich hat. Und ohne die Ärzte am Herzzentrum in München wäre er heute wohl tot.

Alaa Al-Obaday: "Das ist alles wie ein Traum für mich"

Der Albtraum von Al-Obaday begann im Irak. Dort arbeitete der herzkranke 54-Jährige als Fahrer für die US-Armee. Deshalb wurde er nach deren Abzug von Terrormilizen mit dem Tode bedroht. In letzter Minute gelang ihm die Flucht in die Türkei. Doch dort stellten sich die Ärzte stur, Al-Obadays Herzkrankheit wurde nicht behandelt. Unter unsäglichen Strapazen kämpfte er sich nach München durch, erreichte mit dem ersten Flüchtlingsstrom am 6. September den Hauptbahnhof. Bei seiner Ankunft brach er dann völlig entkräftet zusammen. Herzinfarkt!

In einer Not-OP setzte ein internationales Ärzteteam dem 54-Jährigen drei Bypässe ein. Seine Herzleistung lag vor der OP gerade noch bei 28 Prozent. "Der Eingriff erfolgte buchstäblich in letzter Minute", sagt Rüdiger Lange, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Deutschen Herzzentrums München. "Sonst hätte der Mann die Nacht nicht überlebt."

Die Kosten für Eingriff und Klinikaufenthalt übernimmt das Flüchtlingsamt. Klinik-Chef Lange: „Notfälle werden bei uns immer sofort operiert. Dafür sind wir Tag und Nacht im Dienst. Wie und mit wem wir das abrechnen, klären wir später."

Langsam erholt sich Al-Obaday von dem schweren Eingriff. Inzwischen sieht er seine Zukunft wieder rosig. „Das ist alles wie ein Traum für mich. Wenn ich als Flüchtling anerkannt werde, kann ich meine Frau und meine inzwischen vier Kinder nachholen. Ich habe zwei Söhne, sie sind zehn und 15 Jahre alt", erzählt er. Und: "Den Ärzten hier im Herzzentrum bin ich unendlich dankbar. Sie haben mir das Leben gerettet. Dafür möchte ich mich bei der Gesellschaft bedanken. Mit meinem neuen Herz kann ich auch wieder arbeiten."

mb

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