Stadtrat beschließt

Hauptbahnhof München: Auto-Verbot für den neuen Vorplatz - „Völlig neues Eingangstor“

Neuer Hauptbahnhof mit neuem Vorplatz: Die Visualisierung zeigt die Perspektive aus der Schützenstraße. AUER WEBER
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Neuer Hauptbahnhof mit neuem Vorplatz: Die Visualisierung zeigt die Perspektive aus der Schützenstraße.

Der Vorplatz des Münchner Hauptbahnhofs wird autofrei. Das hat der Stadtrat gestern grundsätzlich beschlossen. Noch im Sommer soll ein Planungsbüro mit weiteren Untersuchungen beauftragt werden, wie sich die Autofreiheit bei der Neugestaltung des Platzes umsetzen lässt.

CSU-Vize Hans Theiss begrüßte die Umgestaltung. „Es muss jedoch gewährleistet sein, dass der Bahnhof auch gut erreichbar bleibt.“ Auf Antrag der CSU sollen sogenannte „Kiss & Ride“-Zonen eingeplant werden, also Flächen, die nur zum Absetzen oder Abholen von Besuchern des Bahnhofes dienen sollen. „Wir unterstützen natürlich, dass mehr Menschen die Bahn nutzen“, sagte Theiss. „Aber nicht jeder kann mit dem Fahrrad fahren.“

Mit dem neuen Hauptbahnhof samt Vorplatz entstehe ein völlig neues Eingangstor für München, sagte SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl. „Der Umsteigeverkehr wird wegen der zweiten Stammstrecke, der möglichen U9 und des dritten Tramgleises zunehmen. Wir schaffen die Grundlage, damit das Umsteigen sicher und attraktiv ist.“

Den Vorplatz des Hauptbahnhofes frequentieren täglich bis zu 14 500 Fahrzeuge, zudem halten auf zwei Gleisen mehrere Trambahnen, ganz zu schweigen von den Fußgängern. Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher sagte: „Die Ampelschaltung ist von einem Kybernetiker erstellt worden. Wenn wir den Autoverkehr rausnehmen, reduzieren wir die Komplexität.“ Man müsse sich aber auch vor Augen führen, dass sich der amtierende Stadtrat mit Sicherheit nicht mehr mit den Detailplanungen beschäftigen werde. „Es muss uns bewusst sein, dass der neue Vorplatz in zehn oder zwölf Jahren fertig sein wird.“

OB Dieter Reiter (SPD) sprach von einer echten Herausforderung, dem Platz eine Aufenthaltsqualität zu geben. „Ich freue mich aber sehr, dass wir ihn jetzt gestalten und dass es einen Konsens gibt, dass wir die Autos an der Stelle nicht mehr brauchen.“ Der Bahnhofsplatz sei derzeit kein Schmuckstück. „Wir schaffen nun ein schönes Entree.“ Er jedenfalls werde die kommenden Wettbewerbe persönlich verfolgen. „Das mache ich nicht oft, aber hier geht es um ein wesentliches Stück München.“

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