Verdächtige Metallgegenstände

Drohende Evakuierung in München? Mögliche Fliegerbombe entpuppt sich anders als erwartet

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Baustopp: Auf dieser Bahn-Baustelle in München-Laim wurde verdächtiges Metall gefunden.

Die Bauarbeiten für die 2. Stammstrecke werden trotz Corona-Krise vorangetrieben. Doch ein verdächtiger Fund sorgt für eine Unterbrechung. Am Wochenende könnte es für viele Menschen ungemütlich werden.

  • Der Umbau des Münchner Hauptbahnhofs* ist in vollem Gange.
  • Ein verdächtiger Fund hat einen vorübergehenden Stopp der Maßnahmen zur Folge.
  • Womöglich wurde eine Fliegerbombe entdeckt.

Update, 2. Mai: Die Feuerwehr München hat gute Nachrichten für die Laimer Bevölkerung. Bei den beiden bei Sondierungsarbeiten gefundenen Metallgegenständen im Baustellenbereich der 2. Stammstrecke handelt es sich um keine Kampfmittel, teilt die Feuerwehr mit.

Am heutigen Samstag (2. Mai) hatten Spezialisten begonnen, die verdächtigen Gegenstände freizulegen. Bereits um 8.30 Uhr stand das Ergebnis fest - Entwarnung, keine Kampfmittel im Boden. Bei den Objekten handelt es sich um einen alten Hydranten und ein altes Wasserrohr. Diese ähneln in Form und Größe einer Fliegerbombe

Bei den Einsatzkräften war die Erleichterung groß. Eine Entschärfung und die damit einhergehende Räumung des betroffenen Bereiches in Zeiten von Corona mit Abstandsregeln und Infektionsschutz wäre extrem aufwändig gewesen.

Die Pläne, die in den letzten Tagen für dieses Szenario entwickelt wurden, landen jedoch nicht im Papierkorb. Sie können, wenn auch in abgewandelter Form, jederzeit aus der Schublade gezogen werden, so die Feuerwehr München weiter.

Evakuierung droht: Müssen im Münchner Westen Tausende Menschen ihre Wohnungen verlassen?

Update vom 29. April: Eine Evakuierung mitten in der Corona-Krise? Mit diesem Szenario müssen sich die Verantwortlichen der Stadt München beschäftigen. Wie berichtet, hatten auf Höhe der Laimer Unterführung Mitarbeiter einer Fachfirma bei Sondierungsarbeiten für die zweite Stammstrecke zwei „verdächtige Metallgegenstände“ gefunden. Womöglich sind es Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg (siehe unten).

Laim: Evakuierung während Corona? Das würde die Anwohner erwarten

Bestätigt sich der Verdacht, müssten am Sonntag unter strengen Infektionsschutzregeln etwa 2500 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Der „Verdachtsfall Kampfmittelfund“ war nun Thema im Stadtrat. Gemeinsam mit dem Freistaat hat man sich darauf verständigt, eine mögliche Entschärfung nicht unter der Woche durchzuführen, da dazu die Stammstrecke gesperrt werden müsste. Nach Angaben der Feuerwehr werden Spezialisten am Samstag ab 7 Uhr die Gegenstände, die in einem Abstand von etwa zehn Metern in rund zwei Metern Tiefe liegen, freilegen. Mittags steht fest, ob es sich tatsächlich um Kampfmittel handelt.

In diesem Fall werden die Anwohner noch am Samstag per Wurfsendungen und Lautsprecherdurchsagen informiert. Die Betroffenen müssten dann bis Sonntag, 9 Uhr, ihre Wohnungen verlassen haben. Vor allem in Corona-Zeiten eine Herausforderung. Kürzlich fand in Bonn eine Bombenentschärfung unter ähnlichen Umständen statt:

Ein Feuerwehr-Sprecher betont: Menschen mit Krankheitssymptomen werden in jeweils getrennten Einrichtungen untergebracht. „Jeder muss Mund-Nasen-Schutz tragen.“ Wer am Sonntag nirgendwo unterkommen kann, wird in die Olympiahalle gebracht. Wer kein Auto hat, wird per Bus dorthin gefahren.

Viele Bürger haben langsam genug, doch weitere Corona-Lockerungen sind zunächst nicht in Sicht. Der News-Ticker für München.

Verdächtiger Fund in Laim sorgt für Unterbrechung - ist es eine Fliegerbombe?

Update vom 22. April: Nach tz-Informationen sollen Bauarbeiter kürzlich an einem Bahngleis nahe der Arnulfstraße auf Metall im Erdreich gestoßen sein. Der Verdacht: eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Normalerweise werden in solchen Fällen alle Anwohner im näheren Umkreis evakuiert - nicht ganz einfach in Corona-Zeiten*…

Die Feuerwehr München bestätigt auf tz-Anfrage: Es wurde ein „verdächtiger Gegenstand“ gefunden. Eine Fachfirma habe ihn auf einer Baustelle der Deutschen Bahn in Laim mit einem Detektor entdeckt - dort wird gerade die 2. Stammstrecke gebaut. Solche sogenannten Kampfmittelsondierungen seien gesetzlich vorgeschrieben.

„Es wird untersucht, um was es sich genau handelt“, hieß es vonseiten der Feuerwehr am Mittwochnachmittag. Der Metallfund könne laut einem Sprecher auch „ein altes Waschbecken oder eine Badewanne“ sein. Das ließe sich erst durch Grabungen feststellen - und dafür müsse man sicherheitshalber mindestens 2000 bis 3000 Menschen in der Umgebung evakuieren. Doch mitten in der Corona-Krise* stellt sich die Frage: wohin?

Eine Sprecherin der 2. Stammstrecke sagt: „Wir werden alle weiteren Vorgehensweisen mit dem Innenministerium abklären.“ Wann man zu einer Lösung für die Situation komme, sei bislang aber noch unklar. Man gehe aber nicht davon aus, dass sich dadurch die Fertigstellung der 2. Stammstrecke verzögern würde. Trotzdem: Zunächst herrscht Baustopp auf dem Gelände. Und der Fund bleibt vorerst ein Rätsel…

Umbaumaßnahmen am Hauptbahnhof: Auch Tram-Linien betroffen

Erstmeldung vom 2. April:

München - Am Bahnhofsgebäude laufen längst die Abrissarbeiten - jetzt beginnt auch die Umgestaltung bei der Tram vor dem Hauptbahnhof*. Das heißt: Jetzt wird der Vorplatz auf dem nördlichen Bahnhofsgelände zur Großbaustelle.

Umbaumaßnahmen am Hauptbahnhof: Drittes Gleis für die Tram kommt

Um mehr Platz für die Tram zu schaffen, erweitern die Stadtwerke (SWM) ab kommendem Montag die zweigleisige Haltestelle um ein drittes Gleis. Damit soll der Betriebsablauf künftig flüssiger werden und die Leistungsfähigkeit für die Tram-Haltestelle an diesem Knotenpunkt verstärkt werden.

So wird beispielsweise eine Gleisverbindung von der Arnulfstraße in die Prielmayerstraße hergestellt, damit die vom Romanplatz kommenden Züge den Stachus auch über die Prielmayerstraße erreichen können. Insgesamt werden 3100 Meter Schienen, 14 Weichen und elf Gleiskreuzungen erneuert. Zusätzlich erhält die Linie 20 am Bahnhofsplatz eine eigene Haltestelle. Die Arbeiten dauern rund zwei Jahre.

Bahnhofsvorplatz: Hier wird die Tram-Strecke um ein drittes Gleis erweitert.

Umbaumaßnahmen am Hauptbahnhof: Trams fahren bis Mitte November nicht mehr am Vorplatz

Im Einzelnen gilt: Von Montag bis Mitte November fährt am Bahnhofsvorplatz überhaupt keine Tram, dann ist über den Winter Bau-Pause, im kommenden Jahr gibt’s wohl von März bis Mai nochmal markante Einschränkungen für die Linien 16, 17 und 18.

Auch die Autofahrer müssen sich umstellen: Der Bahnhofsplatz wird ab der Schützenstraße in nördlicher Richtung gesperrt. Fußgänger und Radler können den Platz weiter (mit Beeinträchtigungen) passieren.

Auch der U-Bahn-Haltestelle am Hauptbahnhof steht ein gewaltiger Umbau bevor - der Zeitplan ist bekannt. Der Hauptbahnhof ist auch für die Corona-Krise* gerüstet - die Bundespolizei sorgt für die Sicherheit.

*tz.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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