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Hauptbahnhof: Warum gibt’s keine Überführung für Fußgänger?

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197 Meter Luftlinie trennen den Starnberger  vom Holzkirchner Bahnhof. Doch um von A nach B zu kommen, müssen Pendler die dreifache Wegstrecke über die Haupthalle zurücklegen. © Westermann

München - Der Ekel-Tunnel an der Paul-Heyse-Straße: Erlöst Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) die Fußgänger von Lärm, Abgasen, Taubendreck– und beseitigt er damit auch ein großes Ärgernis für die Pendler?

Während die Deutsche Bahn (DB) die Unterführung immer weiter vergammeln lässt, prüft der Freistaat derzeit den Bau eines Querstegs über die Gleise auf Höhe des Holzkirchner Bahnhofs. Die tz hat ganz genau nachgezählt: Statt 642 müssten die Zuggäste nur noch 197 Schritte zurücklegen – und könnten sich ein Drittel der Strecke sparen. Die neue Brücke soll die Bahngleise im Westen des Hauptbahnhofs erschließen.

Hauptbahnhof München: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

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Das spart Zeit und Nerven: Denn wer zurzeit beispielsweise etwa in der zweiten Klasse mit dem ICE ankommt, muss erst einmal bis zu 300 Meter in die Haupthalle laufen. Wenn man dann noch zum Beispiel in einen Zug am Holzkirchner Bahnhof umsteigen will, geht man schnell nochmals 400 Meter.

Kommt der Fahrgast vom Starnberger Bahnhof (BOB), kann die Laufstrecke für das Umsteigen sogar einen Kilometer betragen – mit schwerem Gepäck oder Skiern in Winter kein Vergnügen.

Doch es geht auch anders: In Frankfurt gibt es im Westen der Gleishalle einen unterirdischen Gang, mit dem man die Umsteigewege verkürzen kann.

Im Sommer dieses Jahres beauftragten das Wirtschaftsministerium sowie die Bayerische Eisenbahngeselschaft darum bei der Bahn eine Machbarkeitsstudie zum Thema Bahnhofsquerung in München.

Dabei wurden verschiedene Varianten überprüft: Der Neubau eines Fußgängertunnels oder der Ausbau des bestehenden Verbindungstunnels zwischen der ehemaligen Bayerpost und der ehemaligen Hopfenpost. Hier wurden früher die Pakete zwischen den Postämtern unter dem Bahnhof hindurch hin und her gefahren. Auch eine neue Röhre wurde geprüft.

Laut Bahn kristallisierte sich heraus, dass eine überirdischer Fußgängersteg die günstigere Variante ist. Die Studie, deren weitere Ergebnisse noch geheim sind, liegt jetzt beim Wirtschaftsministerium zur Prüfing vor. Bevor der Steg gebaut wird, müsste die Finanzierung geklärt werden. Die Frage ist: Zahlt die Bahn, muss der Freistaat dafür Geld zur Verfügung stellen – wird auch die Stadt zur Kasse gebeten?

Im Rathaus weiß man nichts von den Plänen des Freistaates. „Es wäre aber sehr zu begrüßen, wenn es für die Fußgänger endlich eine eigene Querungsmöglichkeit an der Paul-Heyse-Straße geben würde“, meint Grünen-Stadträtin Sabine Nallinger. FDP-Fraktionschef Michael Mattar begrüßt ebenfalls die Pläne des Wirtschaftsministerium: „Ich bin nur skeptisch, ob dieser Steg realisierbar wäre angesichts der Milliarden-Investitionen in die Infrastruktur der Bahn, die uns in den nächsten Jahren bevorstehen.“

Johannes Welte

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