Das Allerheiligste der Olympia-Detektive

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Das Hauptquartier der IOC-Kommission

München - Die Olympia-Evaluierungskommission ist in München. Die tz zeigt ihr Hauptquartier, erklärt ihre Reise nach Garmisch-Partenkirchen und fragte bei einem der Gesprächspartner nach, worüber dort diskutiert werden soll.

Es ist in diesen Tagen vielleicht der wichtigste Raum ganz Münchens: das Hauptquartier der Olympia-Evaluierungskommission im Bayerischen Hof . Das Allerheiligste der Olympia-Detektive. Hier in diesem Besprechungsraum haben sie sich am Dienstag die Präsentationen der Bewerbungsgesellschaft für 2018 angesehen, hier befragen sie die Experten. Der Rahmen: sportlich, wie sich das für Olympia-Themen gehört. Die Mitte des Raumes ist gestaltet wie eine Curling-Bahn…

Curling: Heiße Feger bei Olympia

Heiße Feger bei Olympia

Am Mittwoch reist die Evaluierungskommission nach Garmisch

Es könnte die heißeste Fahrt der Olympia-Evaluierungskommission in Bayern werden – jedenfalls, wenn es nach den Hoffnungen der Olympia-Gegner geht…

Gunilla Lindberg und ihre Kommissions-Kollegen fahren am Mittwoch für einen Tag nach Garmisch-Partenkirchen – also an den Ort, an dem die Olympia-Vorbehalte am größten sind. Für Mittwoch haben die Kritiker erneut eine Demonstration angekündigt. Ihre Hoffnung: dass der Widerstand in Garmisch spürbarer ist als in München.

Auf dem Gestüt Schwaig­anger, wo 2018 die Biathlon- und Langlauf-Wettbewerbe stattfinden sollen, wird am Mittwoch so etwas wie der vor­olympische Wettkampf im Demonstrieren ausgetragen. NOlympia, also die organisierten Olympia-Gegner, hat eine Abordnung von 25 Mann angekündigt. Diese Truppe will durch Banner „Schwaiganger – Wahnsinn“ Gegenwind in Richtung Olympia machen. Aber: Es wird auch Gegenwind für den Gegenwind geben. Nämlich eine gleichzeitig geplante Demonstration von Olympia-Befürwortern. Heinz Mohr von OlympiJA hat zwei Busse gechartert, will mit 60 bis 80 Leuten Positiv-Stimmung machen. Dem Münchner Merkur sagte er: „Wir wollen demonstrieren, dass wir uns freuen – und dass wir Olympia 2018 für eine Jahrhundert-Chance für unsere Region halten. Das größte und friedlichste Fest der Welt hier begrüßen zu dürfen, ist eine Auszeichnung für uns alle.“

Mohrs Perspektive: die Hoffnung auf himmlische Spiele. Wie es werden könnte im Jahr 2018: Das soll unter anderen Peter Fischer erklären. Er war OK-Chef der glänzenden alpinen Ski-WM in Garmisch, die vor eineinhalb Wochen zu Ende ging – und er ist am Mittwoch einer der wichtigsten Gesprächspartner der Kommission. Denn: Es geht am Mittwoch ja nicht nur um Biathlon und Langlauf, sondern eben auch um den alpinen Skisport. Und auch da ist ein Ortstermin angesagt – von Schwaiganger geht’s weiter direkt nach GAP an die Pisten. Beziehungsweise: ÜBER die Pisten, nämlich in die Seilbahn.

Immer mehrere Kommissionsmitglieder pro Gondel – und dazu jeweils ein Vor-Ort-Experte (Fischer, Mohr und Stefan Stankalla). Diese Seilbahnfahrt ist die Gelegenheit für entspannte Gespräche. Fischer zur tz: „Wir werden die Fragen der Kommissionsmitglieder sachgerecht und überzeugend beantworten.“ Und falls der Gesprächsbedarf groß ist, gibt’s oben nach dem Aussteigen nochmal Zeit für Nachfragen.

In Sachen Kompetenz ist Fischer mit seinem Team über jeden Zweifel erhaben. Mit der Ski-WM hat er ja höchstes Lob kassiert. Organisation, Stimmung, Sport: alles perfekt – genau so, wie man es sich auch für Olympia wünschen würde. Gian Franco Kasper, Boss des internationalen Skiverbands und gleichzeitig IOC-Mitglied, war von der WM jedenfalls begeistert. Er sagte der tz: „Ich habe ja versucht, Kritikpunkte zu finden – aber es gab einfach keine.“ Logisch: Solche Aussagen sind auch gut für die Olympiabewerbung.

Dazu kommt dann noch der Enthusiasmus vor Ort. Gewissermaßen als Botschafter dieser Begeisterung sind Rosi Mittermaier und Christian Neureuther im Einsatz. Sie sprachen gestern vor der Kommission.

Eigentlich hätten sie danach auch noch bei einer Pressekonferenz auftreten sollen – aber daraus wurde nix. Stimme weg, wegen einer Mischung aus Erkältung und Enthusiasmus. Wie sich das für Wintersport halt gehört.

 

Uli Heichele

 

Begehren pro Olympia

Mit einem Bürgerbegehren pro Olympia 2018 in München will die Bewerbungsgesellschaft die Initiative der Olympia-Gegner kontern. Laut Münchens Oberbürgermeister Christian Ude sollen in Garmisch-Partenkirchen zeitnah Olympia-Befürworter für ein Bürgervotum sorgen. „Wir müssen was machen und agieren. Die Gegenseite will einfach erreichen, dass ein Damoklesschwert über der Bewerbung schwebt, und dagegen wollen wir was tun“, erklärte Ude am Dienstag. Die Olympia-Gegner hatten am Dienstag der vergangenen Woche in Garmisch-Partenkirchen ein Bürgerbegehren gestartet, mit dem die bayerische Kandidatur für die Winterspiele 2018 zum Scheitern gebracht werden soll. Die Opposition will mit ihrer Aktion erreichen, dass ein offenes Verfahren über der IOC-Abstimmung am 6. Juli in Durban schwebt. Dies könnte die Münchner Chancen entscheidend beeinflussen.

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