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Hauptschüler: Fast jeder fünfte ohne Abschluss

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Lehrstellensuchende haben in München eine größere Auswahl an Ausbildungsstellen als Schulabgänger anderswo in Bayern.

Zum dritten Mal werden in den städtischen Berufsschulen heuer steigende Zahlen von Azubis und Klassen vermeldet, so Schulrätin Elisabeth Weiß-Söllner: 15 651 Lehrlinge beginnen derzeit ihr Berufs-(schul)leben. Das zeige auch erhöhte Ausbildungsbereitschaft der Betriebe quer durch die Branchen.

Leider verlassen 9,8 Prozent aller Jugendlichen und erschreckende 17,3 Prozent der Hauptschüler die Schule ohne Abschluss. „Manche haben schon nach der 7. Klasse die neun verpflichtenden Schulbesuchsjahre hinter sich“. Problematische Fälle, für die ein direkter Start in die Ausbildung unmöglich ist.

Drei Berufsschuljahre sind ebenfalls ein Muss, deshalb werden die Jugendlichen mit sanftem Druck in eins der überleitenden Schulprojekte vermittelt. Zusammen mit dem Staatlichen Schulamt, der Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung (ARGE) und dem Sozialreferat bietet die Stadt „Berufsvorbereitungsjahre“ an: entweder praxisorientiert mit Praktika verbunden oder als Vollzeit-Schulbetrieb. Rund 1000 Jugendliche werden bis Ende November solche Maßnahmen wahrnehmen. 400 weitere erwerben sich eine Eingangsqualifizierung (EQ) für eine bestimmte Berufsart und besuchen parallel die jeweilige Fachberufsschule.

Schwierig gestaltet sich für Haupt- und Wirtschaftsschulabsolventen oft auch der Übergang zu einer Fachoberschule (FOS) oder beruflichen Oberschule (BOS). Ab heuer werden Jugendliche mit weniger guten Noten besonders gefördert (Informationen unter www.muenchen.de/schulreferat ).

Weiß-Söllner kritisiert: „Es gibt zu wenige Gymnasiasten.“ Sie frage sich, warum sich der Freistaat damit brüste, dass 40 Prozent der Studierenden auf dem zweiten Bildungsweg an die Hochschulen kommen. „Da sieht man, dass das Potenzial viel höher wäre, als es das Nadelöhr Gymnasium zulässt.“

bw

Quelle: tz

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