Haus gekündigt! Er zündet es an

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Martin M.

München - Seine Mutter konnte sich die Miete für ihr Traumhaus in den Isarauen nicht mehr leisten. Vergangenes Jahr brannte es ab. Wegen Brandstiftung muss sich nun Martin M. (40) vor dem Schöffengericht verantworten.

Das Haus stand in den Isar­auen am Flaucher – eine Traumlage. Martin M. (40) war in dem ­Bungalow aufgewachsen. Das bittere Ende kam, als sich seine kranke Mutter die Miete nicht mehr leisten konnte. In seiner Verzweiflung zündete er das Gebäude an!

Wegen Brandstiftung muss sich Martin M. seit Mittwoch vor dem Schöffengericht verantworten. Seit seiner Tat in der Nacht zum 1. November sitzt er in Stadelheim. Er wird länger im Knast bleiben müssen.

„Unser Haus war mein ein und alles“, jammert der 40-Jährige. Sein Vater starb. Während sein Bruder heiratete und auszog, brachte der Gartenbauhelfer sein Leben nicht auf die Reihe. Er blieb bei Mama.

Seit einem Unfall ist Martin M. arbeitsunfähig, lebt von einer spärlichen Rente. Seine Mutter wurde schließlich zum Pflegefall, musste in ein Heim. Mit ihrer Rente konnte sie sich nun die Miete (das Haus gehört der Landeshauptstadt) nicht mehr leisten. Ihr Sohn musste raus.

Aus „Sehnsucht zu meiner Heimat“ sei er zurückgekehrt. Er brach durch ein Fenster ein, riss Holzverkleidungen von den Wänden, legte Papier hinzu, das er anzündete. Dann setzte er sich auf eine nahe Parkbank und wartete, bis die Flammen aus dem Dach schlugen. Seelenruhig sah er der Feuerwehr zu, ehe er sich der Polizei stellte und die Tat gestand. Vor Gericht behauptet er nun, das Feuer sei durch eine Unachtsamkeit mit der Zigarette entstanden. Der Prozess geht weiter.

E. Unfried

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