Doch es wird teurer

In der Pilotystraße wird jetzt endlich saniert!

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Das Haus in der Pilotystraße 8 (Lehel) ist berühmt geworden: Jetzt wird es nach 14 Jahren endlich saniert!

München - Nach dem jahrelangen Leerstand in Pilotystraße soll das Haus jetzt doch endlich saniert werden. Doch diese Maßnahme wird teurer als zunächst erwartet.

Vor 14 Jahren zogen die ersten Mieter aus, weil die Stadt das Haus in der Pilotystraße sanieren wollte – und dann noch einer, und dann noch einer … Zuletzt hielt über Jahre nur noch Gertraud W. (74) allein die Stellung in dem „Geisterhaus“ in bester Lage unweit der Staatskanzlei. Jetzt gibt es einen Sanierungstermin, Frau W. hat eine andere Wohnung der Stadt bekommen: Am 27. April rücken Arbeiter an. Und sie sanieren es doch!

Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Die Renovierung wird noch teurer als gedacht! Am Donnerstag beriet einmal mehr der Sozialausschuss im Rathaus über das berühmt gewordene Gebäude von 1860, das zwischenzeitlich unter Denkmalschutz gestellt wurde. Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) offenbarte, dass zudem die Standfestigkeit ertüchtigt und der verseuchte Boden im Hof ausgetauscht werden muss. Macht zusammen noch einmal 1,1 Millionen Euro.

Dass die Gesamtkosten nur von 2,9 auf 3,2 Millionen Euro steigen, liegt am Denkmalschutz. Deswegen verzichtet das Sozialreferat auf den Anbau von Aufzug und Balkonen sowie den Ausbau des Dachgeschosses. Das spart zwar 630 000 Euro, verhindert aber auch Mieteinnahmen!

Das ist das Grundproblem: Das Haus gehört der Stadt nämlich nur indirekt über die von ihr verwaltete Stiftung Wohlfahrtsfonds. Deren Zweck ist die Unterstützung von Bedürftigen und der Betrieb des Altenheims an der Mathildenstraße aus dem Gewinn des Hauses. Luxusmieten will die Stadt aber nicht verlangen.

Jetzt reicht es dem Rathaus: Die Stadt will prüfen, ob sie das Haus in Erbpacht nehmen und der Stiftung einen ordentlichen Zins zahlen kann. Die SPD schlug vor, es gleich ganz zu kaufen oder es gegen ein anderes Haus zu tauschen. Dann soll im nächsten Jahr die Diakonie ein Betreutes Wohnen für Alleinerziehende und Wohngruppen für Jugendliche einrichten. Der sozialpolitische Sprecher der SPD, Christian Müller, sagt: „Wir begrüßen, dass auch in 1-A-Lagen Wohnraum für sozial Benachteiligte entsteht.“

David Costanzo

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