Balkon dauernd "zugesch..."

Hausmeister schießt Taube ab: 1200 Euro Strafe

München - Weil die Vögel permanent seinen Balkon verdrecken, greift Mario G. zum Luftgewehr - und landet dafür vor Gericht.

Tauben gelten als „Ratten der Lüfte“, überall ihren Kot hinterlassend und damit Krankheitserreger verbreitend. Man hat sich schon viele Gedanken gemacht, wie der von „Taubenmutterln“ geförderten Plage Herr zu werden ist. Aber so, wie es Mario G. (27) gemacht hat, geht es jedenfalls nicht: der Hausmeister hat zum Luftgewehr gegriffen.

Es war kein Aprilscherz, als Mario G. abends am 1. April auf den Abzug drückte. Eine Taube fiel wie ein Stein vom Balkon in der 13. Etage des Hochhauses, der Hausmeister hatte gut gezielt. „Stimmt das?“ will die Amtsrichterin Kathrin Lohmüller von dem Schützen wissen. „Ja, es stimmt“, gibt der 27-Jährige zu. Er ist wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz - der Tötung eines Wirbeltieres - angeklagt.

„Es war das erste Mal“, sagt der Hausmeister, und: „Es war ein Fehler“. Sein Balkon war andauernd „zugesch....“, man könne die Tür nicht mehr offen stehen lassen. Denn Mario G. wollte nicht, dass sein dreijähriges Töchterchen mitten in dem Schmutz spielte. Die gefiederten Gäste vermehrten sich, und „an den Eiern darf man sich ja auch nicht vergreifen“. Warum der Angeklagte kein Vogelnetz ausgespannt hat? Er habe es nicht befestigen können, verteidigt sich Mario G. „Das sind Stahlbetonwände, da komme ich nicht durch!“

Angesichts des Geständnisses verzichtet die Richterin auf eine Anhörung der Zeugen. Der Staatsanwalt fordert 1500 Euro Geldstrafe, der Hausmeister hat eher an gemeinnützige Arbeit im Tierheim gedacht: „So ein schlechter Mensch bin ich ja auch nicht.“ Die Richterin spricht 1200 Euro - ein Monatsgehalt - Strafe aus. Der Ärger des Angeklagten über den Schmutz sei nachvollziehbar, aber: „Es gibt andere Maßnahmen“. Mario G. akzeptiert: „Es kann nur schlimmer werden“.

Sarah List

Rubriklistenbild: © dpa

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