Klum: "Botox? Davor hab' ich eine Riesenangst!"

München - Heidi Klum lehnt Schönheitsoperationen oder Botox- Behandlungen für sich ab. Doch das war nicht das einzige Geheimnis, das sie in München ausplauderte.

Früher kaufte man einen roten Lippenstift und war zufrieden. Jetzt heißen Lippenstifte „Shine Deluxe Jewels“ und mit ihnen kauft man das Versprechen so „super beautiful“ auszusehen wie Heidi Klum. Sie ist nicht nur das neue Werbegesicht von Astor, sondern gleich ihr „Beauty-Advisor“, wie sagt, zu Deutsch: Schönheitsratgeber.

In München, im trendigen ­Designhotel Louis am Viktualienmarkt, stellte die einst angestaubte Make-up-Marke ­Margret Astor am Montag ihre Verjüngungskur vor – mit Heidi Klum an der Front. Eine ganze Armada von Journalisten ist geladen, diese Sensation in die Welt hinauszutragen. Deshalb ist die Präsentation auch konsequent auf Englisch gehalten. Man gibt sich international und vor allem megawichtig. Schwarz gewandete Mitarbeiter sprechen unterdrückt hektisch in ihr Walkie-Talkie, dirigieren Fotografen und Journalisten, nehmen jedem die Jacke ab und durchsuchen große Handtaschen. Dabei geht es um Lippenstifte und Lidschatten, nicht um Brillanten oder Goldbarren.

Das scheinen aber die Manager von Coty Beauty (zu dem Konzern gehört Astor) vergessen zu haben. Beim Anblick von Heidi Klum gibt es in ihrer Rede nur noch ein Wort: Super. Sie ist Supermama, Supermodel, Superbody, Superfrau, Super-Entertainerin, sie ist ­supernett, superschön, supertoll.

Und was sagt Heidi zu all den Superlativen? „Ich bin super exited!“ Also, super-­begeistert. Ach, echt? Manche Momente dieser Präsentation ähneln einer Sekten-Sitzung mit Heidi, dem Ober-Guru.

Fast gespenstisch schleicht im Hintergrund Vater Günther Klum durch die Hotellobby. Mit Fleece-Weste und zerknautscher Cordhose sieht er eher so aus, als ob es ihm auf dem nahe gelegenen Christkindlmarkt zu kalt geworden wäre. Erst seine teure Uhr und seine Brille mit Goldapplikationen verraten: Ich gehöre dazu.

Durch seine dunkel getönte Brille scannt er die Journalisten, wacht darüber, dass Heidi keine Kamera zu nah an die Pore kommt. Nicht aus väterlicher Fürsorge, mehr aus Angst vor unvorteilhaften Bildern und möglichen Einnahmeverlusten.

Dabei macht Heidi immer noch eine Spitzenfigur. Selbst im kurzen, engen Discokleidchen mit Plateau-Highheels. Gut, vier Kinder könnte man ihr ansehen, wenn man unbedingt will– ein wenig runder ist sie geworden. Trotzdem ist sie sehr sexy, sehr attraktiv. Man glaubt ihr, wenn sie erzählt, dass ihr Badezimmer randvoll mit Kosmetikprodukten ist, dass sie die richtige Lippenstiftfarbe zum entsprechenden Anlass auswählen kann. Dass sie allerdings ungeschminkt zum ­Bäcker geht, fällt wohl eher ins Reich der Märchen.

Heidi gibt sich volksnah. „Ich ernähre mich gesund, treibe Sport, das ist wie bei anderen Leuten auch.“ Dem Hollywood-Jugendwahn, herbeigeführt mit Botox und Skalpell, ist sie nicht verfallen. „Davor hab’ ich eine Riesenangst“, sagt sie ehrlich. „Mit meinen 37 Jahren hab’ ich noch nie etwas machen lassen, das ist nicht mein Ding.“

Probleme mit kleinen Fältchen? Nicht Heidi. „Ich glaube, ich werde auch in Zukunft nichts machen lassen.“ Nur eines macht sie immer wieder: „Ich liebe es, meinen Look zu verändern. Einmal Vamp, einmal ganz natürlich.“ Dafür brauche sie auch die 36 Lippenstift- und Nagellackfarben von Astor. Nur einer macht ihr die schönsten Farben immer abspenstig: „Mein Mann liebt Nagellack.“ Seal geht damit auch zum Bäcker ....

Maria Zsolnay

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