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Wiesn-Wirt Roiderer: Heikler Fall fürs Landratsamt

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Anton Roiderer musste sich harsche Kritik gefallen lassen. Foto: Archiv MM

Straßlach - Schwarzbau oder nicht? Das Landratsamt soll jetzt klären, ob bei der Neugestaltung des Anwesens „Hochbirk“ von Anton Roiderer alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Die „Causa Hochbirk“, die in Straßlach seit Jahren immer wieder aufflammt, beschäftigte abermals den Gemeinderat: Mit 8:4 Stimmen wurde eine nachträgliche Genehmigung der Nutzungsänderung für das Anwesen abgelehnt. Damit muss sich jetzt das Landratsamt als Bauaufsichtsbehörde mit der Angelegenheit befassen.

Eine zusätzliche Dimension bekommt der Fall deswegen, weil der ehemalige Landrat Heiner Janik (CSU) darin verwickelt ist: Er vertritt Roiderer als Rechtsanwalt, gab eine positive Einschätzung ab und wurde von Caroline Winkler (CSU) sowie von Seiten der Bürgerbewegung bezichtigt, dem Gastronom ein „Gefälligkeitsgutachten“ erstellt zu haben.

Roiderer hatte das ehemalige Reitgebäude auf einer Anhöhe nahe der Kreisstraße nach Großdingharting in gewerbliche Flächen für Lagerhaltungen umgewandelt und sechs Personalzimmer für die Bediensteten seines Gasthofs „Zum Wildpark“ einbauen lassen. Da das Gebäude im Außenbereich liegt, darf es wohnlich nicht genutzt werden, zudem muss das äußere Erscheinungsbild gewahrt bleiben.

Dieser zweite Aspekt bereitete den Räten keine Bauchschmerzen, der Straßlacher Gastronom und Wiesnwirte-Sprecher war allerdings in einem zentralen Punkt von der Bauordnung abgewichen: Er hatte unterm Dach wesentlich mehr Nutzfläche geschaffen als erlaubt. Hierfür hätte es einer Genehmigung bedurft, die das Gremium jetzt mehrheitlich verweigerte.

Waren sich die Räte und Bürgermeister Hans Sienerth (parteilos) mehrheitlich in der Sache einig, gingen die Meinungen darüber auseinander, wie die Beteiligung Janiks zu werten ist. Der Jurist hatte in einem Rechtsgutachten dem neuen Gebäude im Hinblick auf sein Erscheinungsbild eine Konformität mit den Vorgaben des Baugesetzbuches bescheinigt.

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