Aus welchen Münchner Stadtteilen sich die Armut nicht vertreiben lässt

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Der Münchner Schuldneratlas zeigt: Da wo es dunkelgrün ist, haben die Menschen kaum Schulden, am wenigsten in Nymphenburg (Postleitzahl 80639) oder Bogenhausen (81679). In den dunkelrot markierten Gebieten hingegen ist die Verschuldung am höchsten. Am meisten sind das Hasenbergl (80933), Trudering-Riem (81829), Berg am Laim (81671), Am Hart (80937) und die Ludwigsvorstadt (80336) betroffen (Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern)

Vergleicht man die Verschuldung der Münchner mit der der Bewohner anderer Großstädte, scheint die Landeshauptstadt die Insel der Glückseligen zu sein.

Nach dem aktuellen Schuldneratlas 2008 der Creditreform sind an der Isar 9,28 Prozent der Bevölkerung verschuldet – weit weniger als in Berlin (14,02 Prozent), Düsseldorf (12,94 Prozent) oder Frankfurt/Main (10,77 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sank die Quote in München sogar um 0,72 Prozent. Vier Jahre zuvor waren es in hier mit 9,06 Prozent jedoch noch deutlich weniger gewesen. Während München insgesamt nicht besonders verschuldet ist, zeigen sich innerhalb der Stadt doch regelrechte Schuldner-Inseln.

Mit 20,78 Prozent weist der Postleitzahlenbereich 80933 (Hasenbergl) die höchste Schuldnerquote der Stadt auf. Dahinter folgen Trudering-Riem (81829) mit 20,51 Prozent und Berg am Laim (81671), Am Hart (80937) und die Ludwigsvorstadt (80336) mit über 14 Prozent. Grund für die hohen Schulden vieler Münchner: Arbeitslosigkeit oder Niedriglöhne sowie die steigenden Lebenshaltungskosten vor allem im Energiebereich.

Die städtische Schuldnerberatung sollte eigentlich Hilfe für die rund 57 000 überschuldeten Haushalte bieten, die mit 15 000 bis 50 000 Euro in der Kreide stehen. Die Wartezeit beträgt hier aber mindestens ein halbes Jahr, wenn es nicht um akute Notfälle geht. Die rot-grüne Rathausmehrheit will jetzt fünf neue Stellen für Schuldnerberater schaffen, damit die Wartezeiten sinken.

Ob sich damit die Armutsverteilung in der Stadt ändern wird, bleibt abzuwarten. Im Münchner Armutsbericht 2007 ist nachzulesen, dass sich die räumliche Verteilung der Armut in der Stadt innerhalb von zehn Jahren nicht verändert hat. Die ärmsten Stadtteile waren 1997 demnach Ramersdorf-Perlach, Milbertshofen-Am Hart, Feldmoching-Hasenbergl, Schwanthalerhöhe, Moosach, Berg am Laim, Sendling-Westpark, Sendling, Hadern und Obergiesing. Im Jahr 2007 hatte sich daran nichts geändert.

we.

Quelle: tz

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