KVR-Chef: "Wir schauen genau hin"

Heimaufsicht: Mängel bei jeder zweiten Kontrolle

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Im St. Josefsheim wurde öfter kontrolliert.

München - In den vergangenen zwei Jahren führte die Münchner Heimaufsicht genau 205 unangemeldete Kontrollen in den 60 Pflegeheimen der Stadt durch. Das Ergebnis: Bei der Hälfte der Prüfungen wurden Verstöße gegen „die gesetzlichen Qualitätsanforderungen“ festgestellt!

Da werden mal offene Wunden schlecht versorgt, da bekommen Demenzkranke zu wenig zu trinken, da werden Pflegebedürftige mit Psychopharmaka vollgepumpt: In den vergangenen zwei Jahren führte die Münchner Heimaufsicht genau 205 unangemeldete Kontrollen in den 60 Pflegeheimen der Stadt durch. Das Ergebnis: Bei der Hälfte der Prüfungen wurden Verstöße gegen „die gesetzlichen Qualitätsanforderungen“ festgestellt!

KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle.

Diese Woche stellt die Heimaufsicht im Rathaus ihren neuesten Qualitätsbericht vor. Der tz liegt er schon vor: Genau 1563 Bewohner nahmen die Pflege-Polizisten in den zwei Jahren unter die Lupe – immer kamen sie unangemeldet. Besonders die Schmerzbehandlung und Dekubitus-Vorbeugung mussten in einigen Häusern kritisiert werden (siehe Grafik rechts). Dazu gab es mehrere Beschwerden im Bereich des Medikamentenmanagements. Heißt: Welche Medizin hat welcher Patient wann zu bekommen. Und auch im Bereich der Dokumentation mussten sich einige Stationsleitungen auf die Finger klopfen lassen.

Dennoch ist KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle von dem Ergebnis nicht geschockt: „Zum einen schauen wir hier in München sehr genau hin, wenn es um die Versorgung der Menschen in Pflegeheimen geht. Und zum anderen handelte es sich bei den beanstandeten Mängeln oft nur um kleinere Vergehen.“ Heißt: Ohne Gefahr für Leib und Leben der Bewohner. Fakt ist aber auch: Vier Mal waren die Fehler so schwer, dass ein Aufnahmestopp für das jeweilige Haus die Folge war (also keine Bewohner mehr aufgenommen werden dürfen). Unter anderem im St. Josefheim der Münchenstift am Luise-Kiesselbach-Platz. Dort wurden letztes Jahr unter anderem Bewohner misshandelt. Es gibt aber auch Gutes zu berichten. So zeigt der neue Bericht, dass die Zahl der Bewohner, die mit freiheitsentziehenden Maßnahmen im Bett gehalten wurden (also durch Gitter oder Gurte) in den vergangenen sechs Jahren von 19 Prozent auf 4 Prozent sank. „Das ist ganz klar auch ein Verdienst der Heimaufsicht, denn wir kontrollieren hier seit langem genau“, so Blume-Beyerle. 

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