tz sprach mit neuem EKD-Ratsvorsitzenden

Bedford-Strohm: Seine Träume, seine Visionen

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Der Münchner Heinrich Bedford-Strohm gilt als tolerant, sozialkritisch und als jemand, der sich einmischt.

München - Die gut 23 Millionen Protestanten in Deutschland haben einen neuen obersten Vertreter: Den Münchner Heinrich Bedford-Strohm. Die tz sprach mit dem neuen EKD-Ratsvorsitzenden.

Herr Bedford-Strohm, Gratulation zu Ihrer Wahl. Wie fühlt man sich als neuer „Chef“ der Protestanten?

Heinrich Bedford-Strohm: Sehr gut! Ich werde gerade getragen von einer Welle der Freundlichkeit. Das tut gut. Ich möchte mich auch bei allen bedanken.

Sie leben in München. Bleiben Sie uns hier erhalten oder geht es jetzt nach Hannover oder Berlin?

Bedford-Strohm: Nein, ich bleibe hier. München ist meine Basis, meine Heimat. Ich radle ja jeden Morgen zur Arbeit – direkt durch den Englischen Garten. Da denke ich mir jedes Mal, wie schön es hier ist. Wie der Central Park in New York. Das ist Leben pur. Traumhaft.

Und Kardinal Reinhard Marx lebt ja auch hier. Mit dem sind Sie befreundet, oder?

Bedford-Strohm: Ja, wir haben ein sehr vertrauliches Verhältnis. Ich schätze ihn sehr. Und er ist auch ein Freund der Ökumene.

Was ist Ihr Hauptziel für die kommenden Jahre?

Bedford-Strohm: Da gibt es viele. Aber das gemeinsame Abendmahl mit unseren katholischen Glaubensfreunden – das wäre ein Wunsch. Wir können nicht weiterhin am Tisch des Herrn getrennt sein – mit all unseren Gemeinsamkeiten. Das muss sich ändern. Daran werde ich arbeiten, vermitteln.

Mit Papst Franziskus könnte sich ja wirklich auch hier etwas ändern. Wie sehen Sie ihn?

Bedford-Strohm: Ich habe mich riesig gefreut, als er gewählt wurde. Er ist ein Mensch, der positive Zeichen setzt. Liebevoll, tolerant – und mutig. In ihm haben wir Protestanten, glaube ich, einen offenen Fürsprecher der Ökumene. Und er hat sich ja mit seinen Reformen bisher nicht nur Freunde gemacht. Ein großartiger Mensch.

Was tun Sie eigentlich mal, um auszuspannen?

Bedford-Strohm: Fußballschauen. Egal, ob nun die Nationalmannschaft spielt oder meine eigenen Söhne. Vor zwei Wochen habe ich mir das Spiel meines 20-jährigen Sohnes angesehen. Er studiert in Eichstätt und spielt dort in einer A-Klasse-Mannschaft. Ich habe ihn lautstark angefeuert. Wir haben gewonnen.

Was steht jetzt als Erstes an als Ratsvorsitzender?

Bedford-Strohm: Mein Büro gleich mal umräumen. Und viele Treffen wahrnehmen. Am Wochenende habe ich hoffentlich mal kurz Zeit, mit meiner Familie durchzuatmen. Aber ich freue mich auf all die Aufgaben, die da kommen.

Armin Geier

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