Er legte Brandbomben im ganzen Haus

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Heinz R. redet sich raus.

München - Die Brandbomben waren teuflisch konstruiert. Aus Rache an seiner Ex-Vermieterin legte Heinz R. im ganzen Haus Brandbomben.

Heinz R. (44) stellte einen Kanister Benzin auf eine elektrische Herdplatte, die er mit einer Zeitschaltuhr verband. So löste er im Keller eines Pasinger Mietshauses einen Brand aus, der zu einer Katastrophe hätte führen können. Ein Glück auch, dass ein Brandsatz unterm Dach nicht hochging: Dort hatte der Malermeister 130 Liter Benzin deponiert!

Das Motiv des Malermeisters war Rache: Jahrelang hatte er die Keller- und Dachräume des Wohn- und Geschäftshauses an der Bodenseestraße umsonst nutzen dürfen. Als der Ehemann der Hausbesitzerin starb, wollte die Witwe das Haus verkaufen. Sie kündigte ihm.

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„Nach 16 Jahren habe ich das nicht verdient“, jammerte Heinz R. am Donnerstag auf der Anklagebank des Landgerichts. Er rächte sich mit unzähligen Terror-Aktionen. Laut Anklage verklebte er Türschlösser der Mietshäuser in Pasing und Giesing, er schrieb der Hausbesitzerin Drohbriefe.

In der Nacht zum 15. April 2011 drang er in das fünfgeschossige Haus in Pasing ein, in dem er damals nicht mehr wohnte. Im Keller installierte er einen Brandsatz mit zehn Litern Benzin, stellte die Zeitschaltuhr auf 5.45 Uhr. Zu einer Zeit also, als die Mieter in den 16 Wohnungen noch schliefen! Ehe er den Keller verließ, blockierte er die Eingangstür mit Sekundenkleber. „In der Absicht, ein Vordringen löschwilliger Personen zum Brandherd zu verhindern“, so die Anklage. Zum Glück konnte die Feuerwehr den Kellerbrand schnell löschen. Schaden: rund 100 000 Euro!

Allein für diese Tat – besonders schwere Brandstiftung – sieht das Gesetz eine Mindeststrafe von fünf Jahren vor. Wäre das riesige Benzinlager unterm Dach hochgegangen, hätte es ein Inferno gegeben. Hier versagte zum Glück die Zeitschaltuhr für die Herdplatte.

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Der Angeklagte versucht sich rauszureden, die Brandbomben seien nur als „Attrappen“ gedacht gewesen. „Mir scheint, Ihnen ist der Ernst der Lage nicht bewusst“, sagte Richterin Rosi Datzmann, die erst am Vortag Breno in den Knast schickte.

Eberhard Unfried

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