Acht Frauen betrogen

Heiratsschwindler muss lange ins Gefängnis

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Das Münchner Landgericht hat am Donnerstag einen Heiratsschwindler zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte gleich acht Frauen betrogen.

München - Er erfand abenteuerliche Geheimdienst-Geschichten, um Frauen deren Ersparnisse abzunehmen. Nun wurde ein Berliner Heiratsschwindler in München verurteilt - er muss für mehrere Jahre hinter Gitter.

Das Münchner Landgericht hat am Donnerstag einen Heiratsschwindler zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann hatte den Ermittlungen zufolge acht Frauen um teils sehr hohe Geldbeträge geprellt. Die Strafkammer verurteilte den 33-Jährigen nach Angaben der Justizpressestelle wegen Betrugs in 58 Fällen. In der Anklage war von einer Schadenssumme von 375.000 Euro die Rede.

Die Staatsanwaltschaft hatte sechseinhalb Jahre Haft verlangt, der Verteidiger maximal drei Jahre. Zuungunsten des Angeklagten wirkte sich beim Urteil aus, dass zwei der betrogenen Frauen von ihm schwanger wurden. Sie ließen abtreiben, nachdem ihr Liebhaber festgenommen wurde.

Der Mann soll sich den Frauen gegenüber beispielsweise als Opfer des israelischen Geheimdienstes ausgegeben haben. Das Geld brauche er für eine neue Existenz. Der Angeklagte hatte bestritten, seine Opfer getäuscht zu haben. Die Gelder der Frauen seien lediglich „Darlehen“ gewesen.

Der Mann, der zuletzt in Berlin ein Töpferwarengeschäft betrieb, hatte seit 2006 per Internet Kontakt zu etwa 300 Frauen gesucht. Acht ließen sich auf eine Beziehung ein. Er wurde nach der Anzeige einer Münchnerin festgenommen. Allein dieser Frau hatte er 230.000 Euro abgeschwatzt - angeblich für ein Immobiliengeschäft. Die Münchnerin erhielt zumindest 144.000 Euro zurück.

Zu den Opfern zählte auch eine Mitarbeiterin der französischen Botschaft in Berlin, die 90.000 Euro einbüßte. Bei ihr soll sich der 33-Jährige als Manager eines Immobilienfonds ausgegeben haben - tatsächlich war er lediglich der Firmenfahrer. Eine Pianistin aus Stuttgart büßte rund 19.000 Euro ein, eine Bekannte von ihr gut 17.000 Euro.

dpa

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