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20 Millionen Euro bereitgestellt: Münchner können Antrag auf Heiz-Hilfe stellen – wer profitiert?

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Von: Klaus Vick

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Senioren wie Anni Eimann leiden unter steigenden Energiekosten.
Senioren wie Anni Eimann leiden unter steigenden Energiekosten. © Achim Schmidt

Die Stadtwerke stellen einen Wärmefonds in Höhe von 20 Millionen Euro bereit. So können sich Münchner das Wärme-Geld holen.

München – Eine Hilfe in schweren Monaten, in Zeiten steigender Energiepreise und galoppierender Inflation: Ab dem 16. Januar können einkommensschwache Bürger eine Finanzspritze beantragen, um die hohen Heizkosten besser zu bewältigen. Die Stadt München hat gestern die Details dazu erklärt.

München: Wer ist für einen Antrag auf den Wärmefonds berechtigt?

Insgesamt haben die Stadtwerke einen Wärmefonds in Höhe von 20 Millionen Euro bereitgestellt. Die Summe resultiert aus überplanmäßigen Gewinnen von Windpark-Beteiligungen. Julia Sterzer, Sprecherin der Münchner Wohlfahrtsverbände, rechnet mit bis zu 20.000 Haushalten, die die Pauschale beantragen können. Einen Antrag stellen können Personen, die Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, einen grauen München-Pass besitzen oder ein monatliches Nettoeinkommen haben, das unter der Münchner Armutsgefährdungsschwelle liegt.

Bei einem Ein-Personen-Haushalt beträgt die Grenze 1540 Euro, bei zwei Personen sind es 2310 Euro, für eine Familie mit einem Kind unter 14 Jahren 2770 Euro und für eine Familie mit zwei Kindern über 14 Jahren zum Beispiel 3850 Euro netto. Die Höhe der Pauschale beträgt pro Einzelperson 700 Euro, für jedes weitere Haushaltsmitglied kommen 300 Euro hinzu. Eine Familie mit zwei Kindern erhielte also 1600 Euro. Keinen Anspruch haben Personen, die Bürgergeld, Sozialhilfe oder Asylbewerberleistungen beziehen.

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So kommen Münchner ans Wärmegeld

Die Anträge können online heruntergeladen (www.waermefonds.de/download) oder in den Sozialbürgerhäusern sowie den Standorten der Wohlfahrtsverbände gestellt werden (www.waermefonds.de/anlaufstellen). Bei Fragen hilft die Energie-Hotline der Diakonie München und Oberbayern (089/126 991 – 5150). Antragsteller muss grundsätzlich der Empfänger der Heizkostenabrechnung sein.

Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) sagte, die Stadt hoffe, mit diesem Wärmefonds bedürftigen Münchnern ein wenig die Sorgen zu nehmen, ihre Heizkostenrechnung bezahlen zu können. Julia Sterzer, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt, erklärte, es sei wichtig, „dass die Hilfe direkt bei den Menschen ankommt“. Dies betonte auch Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD): „Wir wollen die Bürgerschaft weit gestreut erreichen.“ Die Bundeshilfen allein würden in diesen schwierigen Zeiten nicht ausreichen.

Sorge um Rechnung

Anni Eimann ist eine bescheidene Frau. Vor der nächsten Heizkostenabrechung hat sie trotzdem Sorge. Weil der 70-jährigen Rentnerin pro Monat nämlich nur 400 Euro zum Leben bleiben. Die einmalige Heiz-Jahrespauschale in Höhe von 700 Euro will auch sie daher beantragen. Wie viele andere Rentner in München kann sie das Geld gut gebrauchen. Der Zuschuss helfe ihr, um über die Runden zu kommen, sagt sie. Laut Stadtwerken lag die durchschnittliche Heizrechnung für eine Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnung bisher bei 1200 Euro pro Jahr. Dieser Betrag dürfte sich verdoppeln.

Stadtwerke München: Wärmefonds könnte sich erhöhen

Der Fonds in Höhe von 20 Millionen Euro ist für die Jahre 2023 und 2024 ausgelegt. Sollte die Summe vorzeitig ausgeschöpft sein, werden Stadt und Stadtwerke überlegen, ob der Wärmefonds noch einmal erhöht wird. Klaus Vick

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