Stattdessen ist erfreuliche Post zu erwarten

Heizkosten-Abrechnung 2011: Sie muss nicht mehr zahlen

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Martina Wanger (86) in ihrer ­Wohnun.

München - Martina Wanger (86) aus Germering wunderte sich lange über den ausstehenden Brief zu ihrer Heizkostenabrechnung. Doch der kam nicht. Jetzt darf sich die Rentnerin freuen.

Monatelang wartet sie schon auf diesen Brief… Martina Wanger (86) aus Germering wundert sich: Die endgültige Heizkostenabrechnung für 2011 ist immer noch nicht da. „Das gibt es doch nicht, die Abrechnung haben wir sonst immer im Folgejahr ganz kurz nach Silvester bekommen“, sagt die Mieterin. Aber diesmal war das anders. Keine Heizkostenabrechnung, das ganze Jahr über nicht. Martina Wanger will jetzt wissen, wie die Rechtslage ist. Vor allem interessiert sie die Frage, was für den Fall gilt, dass sie etwas nachzahlen müsste. Wanger: „Muss ich das überhaupt noch? Oder wären die Ansprüche der Vermieter da nicht inzwischen verjährt?“, fragt sie. „Wenn ich nicht dazu verpflichtet bin, bin ich auch nicht willig, nachzuzahlen.“

Die tz ging der Sache nach – und erfuhr von Anja Franz, Sprecherin des Mietervereins, dass Martina Wanger nichts mehr fürs Heizen im Jahr 2011 nachzahlen muss. Die Frist ist am 31. Dezember 2012 abgelaufen. „Das ist so wie bei den anderen Nebenkosten etwa für Müllabfuhr, Hausstrom, Wasser, Versicherungen und ähnliches“, erklärt die Mietrechts-Spezialistin.

Konkret: „Der Vermieter hat immer ein Jahr Zeit. Geht die Abrechnung erst nach dem Jahreswechsel ein, verliert der Vermieter seine Ansprüche, und der Mieter muss nichts nachzahlen.“ Ausnahmen sind ganz selten – so wie etwa eine, über die der Bundesgerichtshof 2012 entschied: Da konnte der Vermieter nichts für die verspätete Abrechnung, weil das Finanzamt die Grundsteuer nachträglich neu festsetzte. Der Vermieter hatte seinen Mietern aber mitgeteilt, dass er sich den Posten für die Nachberechnung vorbehalte – das oberste Zivilgericht in Deutschland entschied, dass er das durfte (Aktenzeichen VIII ZR 264/12).

Ein solcher Ausnahmefall ist bei tz-Leserin Martina Wanger aber wohl nicht zu erwarten, meint Anja Franz vom Mieterverein. Auch wenn zum Juni die Hausverwaltung wechselte und nach einem Beschluss der Wohnungseigentümer der Abrechnungszeitraum geändert wurde, könne dies nicht zu Lasten der Mieter geschehen.

„Wir lesen ab heuer nicht mehr von Juni bis Juni, sondern von Dezember bis Dezember ab“, sagt Elisabeth Merkel, Sachbearbeiterin bei der zuständigen Würmtaler Hausverwaltung. Die Abrechnung soll’s jetzt im März geben. Für Martina Wanger wird das auf alle Fälle erfreuliche Post sein. Entweder eine Rechnung, die sie nicht zahlen muss – oder die Nachricht, dass sie sogar Geld rauskriegt. Das ist wegen gesunkener Gaspreise möglich. In diesem Fall wird die Mieterin die Rückzahlung natürlich bekommen. Das hat nicht nur die Hausverwaltung angekündigt, sondern das ist auch grundsätzlich geltendes Recht.

Susanne Sasse

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