355.000 sind täglich auf Achse

Hektik-Hauptstadt München: Die Metropole der Pendler

Deutschland pendelt – Jahr für Jahr mehr, wie die jüngste Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt und Raumforschung für 2016 jetzt veröffentlicht hat. Und ganz vorne steht – Sie ahnen es – München!

München - In unserer Stadt arbeiteten im vergangenen Jahr rund 355.000 Menschen, die außerhalb der Stadtgrenzen wohnen. Das ist ein Prozent-Plus von 21 Punkten seit dem Jahr 2000! Und: In den vergangenen 30 Jahren ist die Stadt selbst von 1,3 auf 1,5 Millionen Einwohner gewachsen, jeden Monat kommen 2000 hinzu.

Die Schlussfolgerung: Je mehr Leute nach München ziehen, desto weniger pendeln? Leider falsch. „Schöne Vorstellung“, sagt Christian Breu dazu, Geschäftsführer des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München. In und um die Großstädte Deutschlands steigt der Druck immer weiter an.

Dass in die bayerische Landeshauptstadt mehr als irgendwohin sonst gependelt wird, ist auch ein hausgemachtes Problem, sagt Breu. „Die In­frastruktur hat mit dem Bevölkerungswachstum nicht Schritt gehalten.“ Sprich: Die Landes- und Lokalpolitik hat nicht rechtzeitig auf die Entwicklung reagiert oder reagieren können. Die S-Bahn platzt aus allen Nähten, die Straßen sind verstopft, es fehlt an Wohnraum – von bezahlbarem ganz zu schweigen. Und es geht so weiter! Breu: „In den nächsten 20 Jahren werden noch einmal 400 000 Einwohner hinzukommen.“

Immer mehr Zuzügler und Pendler: Alarmierende Zahlen

Bundesweit pendeln rund 60 Prozent aller Arbeitnehmer zum Job in eine andere Gemeinde. Nach München auf Platz zwei rangiert Frankfurt am Main mit 348 000 Pendlern (+ 14 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000). Auch in Düsseldorf und Stuttgart sind über zwei Drittel aller Arbeitnehmer außerhalb der Region zu Hause. Den größten Zuwachs verzeichnet allerdings Berlin: In der Hauptstadt ist die Pendler-Quote seit der Jahrtausendwende um 53 Prozent gestiegen – auf 274 000 Menschen.

Auch die Wegstrecke zum Arbeitsplatz wird naturgemäß immer länger: von 14,6 Kilometer im Jahr 2000 auf 16,8 Kilometer im vorvergangenen Jahr. All diese Entwicklungen lösen bei Verkehrs- oder Siedlungsplanern ebenso wenig Begeisterung aus wie bei den Krankenkassen. Letztere stellen fest, dass Pendler häufiger genervt sind als Menschen mit kurzen Arbeitswegen. Und Stress kann krank machen…

Was bei uns in München ganz konkret los ist? Unten zeigen wir Ihnen eine genauere Aufschlüsselung aus dem Dezember 2016: Hier sehen Sie, wie viele Menschen täglich von wo nach wo pendeln. Außerdem berichten wir Ihnen anhand von drei Pendler-Beispielen aus unserer Redaktion, wie der Alltag auf der Straße und/oder der Schiene aussieht.

tz

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