Helge Schneider : Vom Wahnsinn gepeitscht

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Helge Schneider.

München - Buxe voll, Krone auch: Vor ausverkauftem Haus klärte Helge Schneider , der Lord Gaga unter den deutschen Komikern, in seinem neuen Programm "Buxe voll" die drängendsten Fragen unserer Zeit.

Ist das Butterbrot ein Lebewesen? Gibt es kleinere Vögel als die Hornisse? Und vor allem: Was passierte wirklich im China-Restaurant Mykonos? Es sind Fragen, die betroffen machen, und die nur ein Mann beantworten kann: Merkwürden Helge, der gleich an zwei Abenden mit niederem, höherem und höchstem Blödsinn sowie vor allem mit mitreißendem Jazz dem Fass die Krone ausschlug.

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Zerknitterter denn je schlappt der Spitzbub aus Mülheim/Ruhr mit seiner herrlich verbeulten dreiköpfigen Altherren-Jazzcombo pünktlich um acht auf die Bühne. Aus der Sakkotasche lugt vorwitzig ein rotes Tuch, in der Hand hält er eine Trompete, die er nicht braucht, weil er gleich am Klavier losswingt. Mitten in der furiosen Jamsession schlurft er rüber zur Orgel, orgelt los, hört auf mit dem Orgeln, und erzählt vom Komponisten Händel sowie dessen Schwester, der Gretel. Und von zwei weiteren Komponisten, nämlich Kant und Mark Medlock.

Der Mann ist mehr denn je vom Wahnsinn gepeitscht – und will doch nur spielen. Auftritte von Helge Schneider sind seit eh und je verkappte Jazzkonzerte, in die er die Fans mit seinem wunderbar wirren Wirken lockt. Und das Zuhören lohnt sich: Schneider bedient acht Instrumente an diesem Abend, von der Gitarre bis zum Vibraphon, keines davon wirklich perfekt, aber alle mit liebevollster Hingabe. Und der musikalische Schabernack, den er mit seiner Kapelle treibt, ist die eigentliche Attraktion des Abends. Hoch lebe Helge, hoch lebe der Meisenmann!

Jörg Heinrich

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