Hellabrunn: Drama um Känguru-Baby

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Zwei große und ein kleines Flinkwallaby in Hellabrunn

München - Was für ein Drama in Hellabrunn! Am Sonntag ist im Tiergarten ein Flink­wallaby-Junges aus dem Beutel seiner Mutter und anschließend in den Wassergraben des Geheges gefallen.

Es musste wenig später eingeschläfert werden. „Es hatte zu viel Wasser in der Lunge“, sagt ­Beatrix Köhler, Kuratorin des Tierparks dem Münchner Merkur.

Gegen 16 Uhr war das nur etwa 15 Zentimeter große Känguru-Baby ins Gras des Geheges geplumpst. Es versuchte mehrmals, zurück in den Beutel seiner Mutter, der zwei Jahre alten Hazel, zurückzukommen – vergebens. Schließlich hüpfte es unkoordiniert umher und fiel in den Wassergraben.

Zwei Besucher reagierten sofort. Sie sprangen über die Absperrung in den Graben und zogen das Flinkwallaby aus dem Wasser. „Sie haben eine Mund-zu-Mund-Beamtmung gemacht“, berichtet Köhler. Tierpark-Chef und Tierarzt Andreas Knieriem konnte aber schließlich nichts mehr für das Mini-Känguru tun.

Warum das Baby aus dem Beutel purzelte, stellt den Tierpark vor ein Rätsel. „Wir wissen nicht, was passiert ist“, sagt Kuratorin Köhler. In freier Wildbahn werfen Känguru-Mütter ihren Nachwuchs auch aktiv aus dem Beutel – ein Überlebensreflex, wenn die Tiere fliehen müssen.

„Eine Kängurumutter hat meist drei Junge. Eines, das bereits außerhalb des Beutels herumspringt, eines im Beutel und eines im Embryostadium, das noch in der Gebärmutter ist“, erklärt Köhler. Wenn Panik ausbreche, könne die Mutter wenigstens sich und das Ungeborene retten, indem sie das Junge im Beutel loswerde. Für eine Panik am Sonntag gibt es bislang aber keine Anhaltspunkte.

Einzig positive Nachricht: Es könne sein, dass Känguru-Mama Hazel „schon heute die nächste Geburt erlebt“, sagt Köhler.

Caroline Wörmann

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