Tod eines tierischen Urgesteins

Hellabrunn trauert um Schimpanse Toni

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Toni war der älteste Hellabrunner Schimpanse.

München - Der Münchner Tierpark Hellabrunn trauert um seinen ältesten Schimpansen: Der 51-jährige Toni wurde für eine Untersuchung in Narkose versetzt - und wachte nicht mehr auf.

Als Toni geboren wurde, hieß der Bundeskanzler noch Konrad Adenauer, und die Berliner Mauer stand seit drei Monaten. Nun trauert der Tierpark Hellabrunn um seinen ältesten Schimpansen: Der im Zoo geborene Affe Toni ist am Mittwoch völlig unerwartet im Alter von 51 Jahren gestorben. Der Schimpanse wachte aus einer Narkose nicht mehr auf. Toni ist der zweite Affe, dessen Tod der Zoo in diesem Jahr beklagen muss. Im Juli war unter rätselhaften Umständen Tonis Schimpansen-Gefährtin Püppi ertrunken.

In Zoos lebende Schimpansen werden meist nicht älter als 55 Jahre. Toni habe sich trotz seines hohen Alters immer noch bester Gesundheit erfreut, teilte der Tierpark mit. Am Mittwoch seien bei Toni ohne vorherige Krankheitsanzeichen plötzlich Darmblutungen ausgebrochen. „Wir standen vor der Wahl, ihn verbluten zu lassen oder die Ursache herauszufinden“, so eine Sprecherin. Für einen Transport in die tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) musste das Tier allerdings in Narkose gelegt werden, was gewisse Risiken birgt. Obwohl Toni laut Tierpark schonend betäubt wurde, konnte das Unglück nicht abgewendet werden. Der Schimpansen-Senior starb noch im Tierpark. Toni habe ein stattliches Alter erreicht, sagte Zoodirektor Andreas Knierim: „Wir sind sehr traurig, dass er nun so unerwartet gestorben ist.“ Die Todesursache sollen nun die Pathologen der tierärztlichen Fakultät in Oberschleißheim klären.

Toni war am 22. November 1961 in Hellabrunn geboren worden. „Früher war er ein richtiger Macho und hatte mehrere Damen“, erzählt Kuratorin Beatrix Köhler. Mit dem Alter sei er dann deutlich ausgeglichener und entspannter geworden. „Sein Schimpansengehege war das ordentlichste, das ich jemals gesehen habe. Man könnte sagen, Toni war ein echter Ästhet“, beschreibt ihn Köhler. Mit 51 Jahren erreichte er ein stolzes Alter für einen Affen, im Altersvergleich mit einem Menschen entspricht dies einem 90-Jährigen.

Deutlich jünger starb Ende Juli die 19-jährige Schimpansendame Püppi. Unter bis heute ungeklärten Umständen war sie über den Elektrozaun gesprungen, der das Freigehege von einem Wassergraben trennt. Sie ertrank in dem 2,50 Meter tiefen Graben. Acht Jahre lang hatte sie mit Toni ein harmonisches Paar gebildet. Er überlebte sie nur um einige Monate.

Angelo Rychel

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