Prügel und Messerstiche

Hells-Angels-Rocker wegen versuchten Totschlags vor Gericht

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Klares Bekenntnis: Lothar H. hat sich den Namen seines Rockerclubs ins Gesicht tätowieren lassen. 

Der Hells-Angels-Rocker soll seinem Kontrahenten eine Neun-Zentimeter-Klinge in den Bauch gerammt haben. Nun muss sich der 54-Jährige wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten. 

Wenn Lothar H. (54) lacht, bebt der Boden. Dann schwingen zwei Meter Körpermasse, und wer in der Nähe steht, muss auf sich aufpassen. Streit will man mit diesem Mann nicht haben: Er gehört zu den berüchtigten Hells Angels, sein Gesicht ist der Beweis. Rundherum hat der Rocker es tätowiert: In Großbuchstaben ist die Rockergruppe auf seiner Haut verewigt.

Freundlich grüßte Lothar H. gestern aus dem Gerichtssaal. Der Anlass ist eher ein schauriger: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vorsätzliche Körperverletzung und versuchten Totschlag vor. Im Juni 2016 soll er einen Mann in einer Bar verprügelt und mit einem Glas im Gesicht verletzt haben. Ende Oktober der nächste angeklagte Vorfall: Lothar H. soll einen Fremden niedergestochen haben. Laut Anklage war der Rocker mit Freunden am Hauptbahnhof unterwegs gewesen, bevor es zu dem beinahe tödlichen Streit kam. Seinem Kontrahenten soll der Rocker die Neun-Zentimeter-Klinge in den Bauch gerammt haben. Laut Anklage half er ihm danach nicht, sondern flüchtete und nahm den drohenden Tod des Opfers in Kauf. Oleg A. kam mit Stichverletzungen in die Klinik. Ärzte retteten ihn.

Das Urteil soll am 28. Oktober fallen

Zu den Tatvorwürfen machte Lothar H. gestern keine Angaben, auch zu seinen persönlichen Verhältnissen schwieg er eisern. Daraufhin vertagte das Landgericht den Totschlags-Prozess. Rechtsanwalt Stephan Lucas, der den Rocker verteidigt, sagte: „Der angeklagte Sachverhalt ist für uns nicht nachvollziehbar.“ An vier weiteren Verhandlungstagen läuft der Prozess, für den 23. Oktober hat Richter Norbert Riedmann sein Urteil geplant.

Andreas Thieme

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