Im allerengsten Kreis

Helmut Dietl: Urne beigesetzt

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Helmut Dietl starb im Alter von 70 Jahren.

München - Am Freitag ist die Urne mit Helmut Dietls sterblichen Überresten auf dem Bogenhausener Friedhof beigesetzt worden.

Es war nur der allerengste Kreis, der sich an diesem Freitagmittag auf dem Bogenhausener Friedhof versammelte, um endgültig Abschied zu nehmen von Regie-Legende Helmut Dietl († 70). Am Freitag wurde die Urne mit seinen sterblichen Überresten auf dem kleinen Friedhof in Bogenhausen beigesetzt.

Es war genau so, wie es sich Witwe Tamara Dietl gewünscht hatte: Nur die Familie mit Tochter Serafina (11), Sohn David, dessen Mutter Marianne Dennler und die Freunde, die Dietl in den letzten Monaten während seiner schweren Krankheit begleitet haben, u.a. sein alter Weggefährte Patrick Süskind und Autor Benjamin von Stuckrad-Barre hatten Zutritt zum Friedhof, der von der Polizei streng abgesichert worden war.

Der Regisseur starb am 30. März in seiner Schwabinger Wohnung. Erst ein Jahr zuvor hatte er seine Krebserkrankung öffentlich gemacht.

Zu seiner endgültig letzten Reise war der Himmel über München noch einmal weiß-blau: So lässig-schön wie in seinen berühmten Münchner Geschichten und bei Monaco Franze, so verschwenderisch wie in Kir Royal.

An diese großen, wunderbaren Erfolge erinnerten sich seine Weggefährten bereits vor zwei Wochen – bei einer ergreifenden, sehr persönlich gestalteten Trauerfeier in der Aussegnungshalle im Nordfriedhof. Damals ließ Tamara Dietl viele persönliche Gegenstände von ihrem Mann neben dem Sarg aufstellen: ein buntes Gemälde mit einem Spruch aus Kir Royal, Helmuts geliebte Olivenbäume, eine Filmklappe aus seiner letzten Produktion Zettl, eine kleine, goldene Ibis-Figur. Alles sollte mitverbrannt werden.

Der allerletzte Moment, bevor Helmut Dietl endgültig seine Ruhe finden sollte, gehörte allein der Familie und den allerbesten Freunden.

Die meisten Trauergäste hatten noch eine rote oder pinkfarbene Rose in der Hand – bei der Trauerfeier waren es noch weiße.

Auffällig: Ein üppiges Gesteck aus roten Rosen schmückt jetzt das Grab im Schatten der St. Georgskirche. Es stammt von Dietls Tochter Sharon (aus der Ehe mit der Romanautorin ­Karin Dietl-Wichmann) mit den Enkeln Leon und Paula, die bei der Trauerfeier vor zwei Wochen nicht dabei waren.

„Eigentlich wollte mein Vater, dass man seine Asche im Kleinhesseloher See verstreut“, sagte David Dietl damals. Doch das konnte nicht genehmigt werden. Dafür wurde Helmut Dietl die Ehre zuteil, dass er auf dem kleinen Friedhof in Bogenhausen seine letzte Ruhe finden darf, wie viele große Künstler vor ihm. Und zwar ganz in der Nähe seiner engsten Freunde Bernd Eichinger († 61) und Helmut Fischer (†70).

So bleibt nur noch zu sagen: ­Servus, Helmut, mach’s gut! Was einige Fans nach der Beisetzung auch gleich persönlich taten.

Maria Zsolnay

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