Helmut Fischers Witwe prangert Luxus-Wahn an

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Utta Fischer neben einem Foto von Helmut Fischer

München - Viele Stadtteile sind im Visier der Immobilienhaie, aber Utta Fischer sorgt sich ganz besonders um Schwabing. In der tz prangert die Witwe des legendären „Monaco Franze“, Helmut Fischer, den Luxus-Wahn an.

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Schwabing verliert immer mehr sein Gesicht, seine Identität – siehe der geplante Abriss der Schwabinger 7 und seiner Umgebung und das Hochziehen von Luxuswohnungen. Wenn Helmut Fischer noch leben würde – seinen treuen Monaco-Franze-Dackelblick, sein charmantes Lächeln könnte er nicht aufsetzen. Er würde reagieren, wie es der legendäre Schauspieler als Mensch oft genug tat: jähzornig. „Ohne das geringste Vorgrollen konnte er aus dem Stand explodieren“, erinnert sich Sybille Kraft in ihrem Buch Helmut Fischer. Der unsterbliche Stenz: „Bei Wichtigtuern aus der Bussi-Schickeria wurde er steif wie ein Bügelbrett.“ Und genau diese Klientel wird in die Schicki-Wohnungen einziehen.

Utta Fischer, Witwe des legendären Schauspielers, ist sich sicher: „Helmut hat sich sowieso immer sehr engagiert, wenn es darum ging, den Charakter Schwabings zu bewahren. Er hätte nie gewollt, dass dieses Viertel seinen Charme verliert. Mir geht es genauso. Das ist einfach nur schrecklich!“, sagt sie der tz. 

Aufgewachsen ist Helmut Fischer zwar in der Donnersberger Straße, direkt über dem einstigen Wirtshaus Zum Neuhausner Bauerngirgl, aber er ­lebte viele Jahre in der Schwabinger Hohenzollernstraße. „Man ist halt hier daheim. Man ist geboren, aufgewachsen, man hat hier Erinnerungen“, sagte er einmal über München.

Die Erinnerungen – die verschwinden mehr und mehr, und mit ihnen ein Stück Lebensgefühl. „Ich bin dagegen, dass die Stadt ihr Gesicht verliert. Speziell Schwabing hat doch so einen positiven Ruf als Künstler- und Kulturviertel“, sagt Utta Fischer. Heilfroh ist sie, „dass mein Mann rechtzeitig vorgesorgt hat und ich in einer Eigentumswohnung lebe. Hier ist’s so ruhig und schön. Stellen Sie sich mal vor, dass plötzlich im Briefkasten eine Kündigung liegt. Ein luxussaniertes Schwabing? Ich bin dagegen!“

M. Bieber

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