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„München ist nicht New York“: Herbe Kritik der Wirtschaft an „Central Park“-Plänen für grünen Altstadtring

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Von: Nadja Hoffmann

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Aus der verkehrsgeplagten Sonnenstraße könnte ein grüner Park werden.
Aus der verkehrsgeplagten Sonnenstraße könnte ein grüner Park werden. © Schmidt/Bund Naturschutz

Die Pläne für einen grünen Altstadtring waren keinen Tag alt - schon hagelte es herbe Kritik von den Innenstadt-Läden und der HWK. Tenor: Es geht nicht nur um Aufenthaltsqualität, sondern auch darum, die Geschäfte und Lokale in der Innenstadt zu beliefern. Beide Institutionen stemmen sich gegen den spektakulären Vorschlag des Bund Naturschutz.

Mit einem ambitionierten Vorschlag hat der Bund Naturschutz am Mittwoch für Schlagzeilen gesorgt: Die Naturschützer wollen die verkehrsgeplagte Sonnenstraße und weitere Abschnitte des Altstadtrings in einen grünen Stadtpark verwandeln. Arbeitstitel: „Munich Central Park“. Kaum steht die Idee im Raum, hagelt es herbe Kritik aus der Wirtschaft. „München ist nicht New York“, stellt Franz Xaver Peteranderl, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, in einer Pressemitteilung fest.

Grüner Gürtel würde Anlieferverkehr massiv beeinträchtigen

Seine Befürchtung: „Mit einem Park um einen Teil der Altstadt würde beispielsweise das Hackenviertel komplett vom Verkehr abgeschnitten.“ Mit entsprechenden Folgen für die Handwerksbetriebe, die sich schon jetzt schwertun würden, in die Innenstadt zu fahren, „um dort zu liefern und zu leisten.“

Ein Punkt, den auch der Verbund CityPartner in seiner Stellungnahme aufgreift. Die Sonnenstraße habe „eine zentrale Erschließungs- und Verteilerfunktion“, betont CityPartner-Chef Wolfgang Fischer. Er rückt, wie Peteranderl, auch die Kosten in den Fokus. Unter anderem müsste für den Park die Tram verlegt werden. Dabei seien die Gleise in der Sonnenstraße erst voriges Jahr saniert worden. Fischer: „Es ist relativ einfach, per Fotomontage schöne Bilder anzufertigen, aber leider ist die Realität auch in der Sonnenstraße viel komplexer.“

Kammer-Präsident Peteranderl verweist darauf, dass auch kleine und mittlere Unternehmen Gewerbesteuern in München bezahlen und ein Anrecht auf attraktive Standortbedingungen haben. „Wenn die Landeshauptstadt unsere Betriebe immer mehr an den Rand drängt, werden diese das Stadtgebiet über kurz oder lang verlassen. Dann ist die bewährte ‚Münchner Mischung‘ aus Handwerk, Mittelstand und Großkonzernen endgültig Geschichte.“

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