Herr OB Ude, warum … stehen am Lenbachplatz alte Container?

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Am Lenbachplatz stehen drei alte Bungalows aus dem olympischen Dorf - das ist eine Kunstaktion.

In der tz beantwortet Oberbürgermeister Ude Fragen der Leser.

Frage:Seit einiger Zeit stehen am Lenbachplatz drei heruntergekommene Wohncontainer, welche aus dem Platz einen Schandfleck machen. Überall sonst ist die Stadt festlich geschmückt. Meine Frage: Was ist der Sinn dieser Aktion, wer hat sie veranlasst und wer hat sie bezahlt?

Dr. Siegmund Schuhbeck, Ramersdorf-Perlach

Antwort:Diese Frage habe ich befürchtet. Mir war aber klar, dass sie eines Tages kommen würde. Die gute Nachricht zuerst: Die drei Bungalows verschwinden wieder! Und es hat die Stadt auch kein Geld gekostet!

Worum geht es überhaupt? Um eine Kunstaktion. Die studentische Initiative „zukunftsgeraeusche“ hat drei Studentenbungalows aus dem olympischen Dorf an thematisch ausgewählte Orte in der Stadt verpflanzt. Zuerst wurden die Bungalows, die einmal der ganze Stolz Münchens waren, auf dem Ratzingerplatz gezeigt, in einer zuerst dürftigen Umgebung. Jetzt werden sie am Lenbachplatz mit den prächtigen Fassaden der dortigen Gebäude konfrontiert. Die Architekturstudenten wollen damit dazu einladen, sich mit den Formen der Bungalows, aber auch mit den jeweiligen Orten näher auseinanderzusetzen. Ich zitiere wörtlich: „Die Wahrnehmung der Transformation über die Zeit bestimmt die Geschichte und die Identität der Stadt. Die Transformation wird sichtbar und erfahrbar durch einen mehrstufigen, partizipativen städtebaulichen Prozess und die Integration des Bestehenden. Das Potenzial zur Transformation von Bestand fordert dabei die Mehrstufigkeit und Partizipation. Die Integration von Bestand und ein mehrstufiger partizipativer Prozess bedeuten damit die Integration der Zeit. Zeit als Garant für den Prozess der Aneignung …“ Alles klar?

Bezahlt wurde die Kunstaktion von Sponsoren, der Architekt des olympischen Frauendorfes hat die Idee unterstützt. Ich gebe zu: Ich habe mich auch für diese Aktion eingesetzt, weil ich mir die „Wanderschaft“ der Dorfbauten durch verschiedene ganz andersartige städtebauliche Situationen vorher sehr anregend vorgestellt habe. Beschwerden sind also bedauerlicherweise bei mir an der richtigen Adresse.

Quelle: tz

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