Herr OB Ude, warum gibt es keine Kinderstreifenkarte mehr?

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Seit der Tariferhöhung in diesem Jahr gibt es keine Kinderstreifenkarte mehr: Die Streifen für Kinder, die S- oder U-Bahn fahren wollen, kosten dasselbe wie die Streifen für Erwachsene

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude beantwortet Fragen der tz-Leser.

Frage:

Ich habe drei Kinder und möchte Sie fragen, warum es seit einiger Zeit keine Kinderstreifenkarten mehr gibt. Ich finde das familienunfreundlich. Für mich ist jetzt eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unerschwinglich geworden, zumal auch die Monatskarten für ein paar Fahrten zu teuer sind.

Silvia Raith, per e-mail

Antwort:

Moment mal: Die Tarifgestaltung beim Münchner Verkehrsverbund ist ausgesprochen kinderfreundlich, denn Kinder bis zu sechs Jahren fahren völlig kostenlos und anschließend erhalten sie im Vergleich zu Erwachsenen Rabatte bis zu 88 Prozent! Damit ist der MVV-Kindertarif der mit Abstand günstigste aller bundesdeutschen Großstadtverbünde – im Allgemeinen liegen dort die Rabatte für Kinder bei maximal 40 bis 50 Prozent.

Und noch einen weiteren Vorteil haben Kinder: Sie können mit einem einzigen Streifen, also für nur 1,10 Euro den gesamten Verbundraum benutzen, also lange Fahrten in unterschiedlichste Richtungen unternehmen. Zeigen Sie mir einen Verbundraum, der Kindern derartige Verkehrsverbindungen für 1,10 Euro bietet.

In einem Punkt haben Sie allerdings Recht: Es gibt keine separate Kinderstreifenkarte mehr. Diese Karte hat zuletzt 1,04 Euro gekostet. Der Preis musste auf 1,10 Euro angehoben werden, damit jetzt die blaue Streifenkarte sowohl von Erwachsenen, als auch von Kindern genutzt werden kann. Das war eine leicht überproportionale Preissteigerung um 6 Cent, aber dafür ist die blaue Streifenkarte jetzt eine praktische Allround-Karte für die ganze Familie. Keine Familie muss mehr zwei unterschiedliche Streifenkarten vorhalten.

Aus all diesen Gründen ist der Wegfall der separaten Kinderstreifenkarte von der Kundschaft kaum bemängelt worden. Die überwiegende Anzahl der betroffenen Kunden hat die Umstellung vielmehr als Vereinfachung begrüßt. Im Übrigen wurde dieser Beschluss – wie alle anderen Tairfentscheidungen auch – vom Freistaat Bayern und der Landeshauptstadt München gemeinsam gefällt, so dass sich niemand aus der Mitverantwortung stehlen kann.

An der Schegastraße fehlt die Wertstoffinsel

Warum ist hier die praktische Wertstoffinsel verschwunden?

Frage:

Warum ist die Wertstoffinsel Schegastraße/Schöpferplatz verschwunden? Auf einmal waren diese Container für Glas, Aluminium und Plastik nicht mehr da. Kein Anwohner wurde in irgendeiner Weise informiert, auch am Platz selber befindet sich kein Hinweisschild, warum dies geschehen ist und welche Alternativstandorte es gibt. Warum ist man nicht mehr an einer Mülltrennung interessiert? Ich kann dies nicht als Fortschritt oder als bürgerfreundlich ansehen.

Erhard Nielsen, Moosach

Antwort:

Bei diesen Sammelcontainern für Verpackungen handelt es sich nicht um städtische Container! Deshalb reden wir hier auch nicht von einer städtischen Standortentscheidung. Nach der Verpackungsverordnung aus dem Jahr 1991 ist hier das Duale System Deutschland (DSD GmbH) „Der grüne Punkt“ zuständig. Es war eine politische Entscheidung der damaligen Bundesregierung, dass Verpackungsabfälle dem kommunalen Zugriff entzogen wurden und diese Aufgabe auf Hersteller und Handel übertragen worden ist. Die hier tätigen Firmen sind nicht Auftragnehmer der Stadt, sondern Auftragnehmer der DSD GmbH. Die Stadt hat keinerlei Einfluss auf die Standplatzauswahl, sie kann nur eingreifen, wenn rechtliche Normen verletzt werden, z.B. der 12-Meter-Mindestabstand zur Wohnbebauung. Auch die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands der Grünfläche obliegt dem privaten Entsorgungsunternehmen als Bestandteil der Sondernutzungserlaubnis. Die Stadt kann allerdings darauf bestehen, dass dieser Verpflichtung nachgekommen wird.

Das Ganze ist eine hübsche Illustration des Themas „Privat vor Staat“. Weil die Regierung Kohl der Meinung war, dass Private alles besser können, hat sie die Aufgabe den Kommunen entzogen. Wenn die Privaten aber unverständliche Entscheidungen treffen, wendet sich die Bürgerschaft natürlich an den OB. Bitte wenden Sie sich mit Ihrer Kritik an die DSD GmbH!

Quelle: tz

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