Herr OB Ude, warum …wird die Tram nicht ausgemustert?

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Die alte Tram der P-Serie fährt noch die 27er-Linie. Der hohe Einstieg fällt vielen schwer.

München - Warum werden die alten Trambahnzüge, die oft die Linie 27 zu uns nach Giesing bedienen, nicht endlich ausgemustert?

Es soll mir mal jemand vormachen, wie man als alter, behinderter Mensch mit einem Gehwagerl den fast einen Meter hohen Ein- und Ausstieg in diese alten Rumpelkästen bewältigen soll. Es ist schon sehr „heftig“, wie die Jugend heute sagt, wenn man oft eine Trambahn sausen lassen muss, weil man nicht einsteigen kann.

Michael Rebhan, Giesing

Antwort von OB Ude:

Sie haben leider Recht mit Ihrer Feststellung, dass auf der stark befahrenen Linie 27 zwischen Schwanseestraße und Petuelring noch ein alter Wagen aus der sogenannten P-Serie aus den späten 60er-Jahren eingesetzt wird. Aber nur ein einziger!

Das bedeutet, dass auf dieser Strecke nur jeder elfte Wagen ein Zug mit hohem Einstieg ist. Anders ausgedrückt: Alle 82,5 Minuten kommt – um es mit Ihren Worten zu sagen – ein alter Rumpelkasten ohne behindertengerechten Einstieg, die zehn Fahrzeuge, die in der Zwischenzeit kommen, entsprechen alle neuesten Standards. Am Abend und am Wochenende wird das alte Fahrzeug übrigens nicht eingesetzt, weil die weniger dichte Taktfolge diesen Verzicht ermöglicht.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Es gibt noch zwei weitere P-Wägen im Münchner Tramverkehr, die aber nur tagsüber auf den Linien 20/21 eingesetzt werden.

Die insgesamt drei P-Fahrzeuge sind zwar gut in Schuss, werden aber in absehbarer Zeit durch Niederflurfahrzeuge ersetzt. Die neuen Fahrzeuge sind schon bestellt und kommen voraussichtlich 2009 zum Einsatz. Wie Sie wissen, hat die MVG in den letzten 14 Jahren ihre Trambahn-Flotte von Grund auf modernisiert, den drei alten Wägen stehen 89 hochmoderne Fahrzeuge gegenüber, sodass München in puncto Behindertengerechtigkeit an der Spitze in Deutschland steht.

Quelle: tz

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