Katalonien: Madrid will Regionalregierung absetzen

Katalonien: Madrid will Regionalregierung absetzen

Herr OB Ude, warum …

München - Münchner Bürger fragen, Oberbürgermeister Christian Ude antwortet. Heute geht es um Sicherungsgitter in U-Bahnhöfen.

Frage:

Ich bin in München geboren und hätte mal eine Frage: Warum gibt es in München keine Sicherungsgitter an den Bahnsteigen? Vor einiger Zeit habe ich in einem Film gesehen, dass an U-Bahnhöfen ein etwa zwei Meter hohes Gitter erst nach unten versenkt wurde, sobald die Bahn stand. Nach der Abfertigung der Fahrgäste ging das Gitter wieder hoch – so kann keiner in die Gleise fallen.

Helene Fischer, Schwabing-Freimann

Antwort:

Lassen Sie mich vorab feststellen, dass die Münchner U-Bahn ein ausgesprochen sicheres Verkehrssystem ist, das werktäglich über eine Million Fahrgäste sicher befördert. Trotzdem wurde von der für den U-Bahnbetrieb verantwortlichen Münchner Verkehrsgesellschaft die Nachrüstung der Münchner U-Bahn mit Bahnsteigtüren bereits mehrfach und ausführlich analysiert und bewertet und das Thema im Stadtrat diskutiert. Ergebnis der Prüfung war, dass eine solche Nachrüstung nicht zu realisieren ist.

Die in der Münchner U-Bahn eingesetzten Fahrzeugbaureihen verfügen aus historischen Gründen über unterschiedliche Abstände und Breiten der Türen. Bahnsteigtüren wiederum müssen am Bahnsteig zwingend so positioniert sein und sie dürfen sich nur so öffnen, dass sie mit den jeweiligen Fahrzeugtüren korrespondieren. Aufgrund der unterschiedlichen Türbreiten und -abstände der einzelnen Fahrzeugbaureihen ist dies mit einem vertretbaren finanziellen und technischen Aufwand nicht durchzuführen. Des Weiteren ist anzumerken, dass neben den technischen und wirtschaftlichen Aspekten bei unterirdischen Bahnhöfen weitere Fragen zu klären sind. Dies betrifft zum einen sicherheitstechnische Aspekte zur Belüftung und zum Brandschutz und zum anderen die Betriebsdurchführung.

150 Jahre MVG: Von der Pferdetramm zum Hybridbus

Bilder

Aufgrund der hohen Belastung und der dichten Zugfolge dürfen derartige Systeme die Leistungsfähigkeit der U-Bahn in keiner Weise einschränken. Hinzu kommt, dass sich Störungen an Bahnsteigtüren sofort stark auswirken, bis hin zu einer Einstellung des Zugverkehrs. Bei Realisierung eines Bahnsteigtürensystems geht die SWM/MVG sogar von einer Verlängerung der Fahrgastwechselzeiten aus. Da aber bei der in München erreichten Nachfrage und Zugdichte gerade die Fahrgastwechselzeiten inzwischen wesentlich die Zugfolgezeiten und damit die Leistungsfähigkeit des Systems bestimmen, wären damit sogar Leistungseinbußen zu befürchten. Weltweit betrachtet, gibt es vereinzelt U-Bahnbetriebe, bei denen Bahnsteigtürsysteme im Einsatz sind, in Deutschland gibt es jedoch bis dato keine Anwendungen. Dies betrifft sowohl alle U-Bahn-Systeme als auch alle anderen Verkehrsunternehmen einschließlich der Deutschen Bahn. Nach Kenntnis von SWM/MVG haben U-Bahnbetriebe derartige Systeme bislang nur installiert, um einen fahrerlosen Betrieb einführen zu können.

Und noch ein Argument: Für Bahnsteigtüren im gesamten U-Bahnnetz wäre ein dreistelliger Millionenbetrag erforderlich, die Kosten für die Instandhaltung kämen sogar noch dazu. Zahlen müssten das die Fahrgäste, die dazu sicher nicht bereit wären.

Christian Ude

Rubriklistenbild: © kruse (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesen

Sperrung auf S4- und S6-Strecke aufgehoben
Sperrung auf S4- und S6-Strecke aufgehoben
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ
Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ

Kommentare