Herr OB Ude, warum...

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Eisstockschützen am Hinterbrühler See.

München - Münchner Bürger stellen Fragen, Oberbürgermeister Christian Ude antwortet. Dieses Mal geht es um die Eisstockschützen in Hinterbrühl.

Frage: Seit 40 Jahren gehen wir zum Eisstockschießen nach Hinterbrühl! Aber seit zwei Jahren macht das Kreisverwaltungsreferat Schwierigkeiten. Bis vor zwei Jahren war der Pächter zuständig, um das Eis freizugeben, jetzt muss es laut KVR 15 Zentimeter haben. Aber am Kanal reichen zehn Zentimeter. Jetzt wird uns das bisschen Vergnügen von der Stadt auch noch genommen. Warum?

Erich Bayer für die Eisstockfreunde Hinterbrühl

Antwort: Wintersport gehört zu München, auch das Eisstockschießen auf zugefrorenen Gewässern in den städtischen Grünanlagen. Die Landeshauptstadt München trägt aber auch die Verantwortung für die Verkehrs-sicherheit auf den Eisdecken, wenn sie diese zur Benutzung freigibt. Als verantwortliche Dienststelle gibt das Baureferat deshalb die -Eisflächen erst dann frei, wenn sie so ausgebildet sind, dass sie auch eine größere Anzahl von Personen aushalten. Diese erforderliche Tragfähigkeit weist das Eis erst ab einer Stärke von 15 Zentimetern auf. Das Baureferat folgt damit seit vielen Jahren einer Empfehlung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Würden wir gegen solche Richtlinien verstoßen, würden uns im Unglücksfall empörte Bürger schwere Vorwürfe machen und in Haftung nehmen wollen! Am Hinterbrühler See wurde in der Vergangenheit die verpachtete Fläche durch die Pächterin auch schon bei geringeren Eisdicken freigegeben. Diese unterschiedliche Vorgehensweise stieß immer mehr auf Unverständnis bei den Besucherinnen und Besuchern und führte auch zu gefährlichen Situationen. Teilweise benötigten wir die Mithilfe der Polizei, wenn die Eisflächen aus Sicherheitsgründen geräumt werden mussten. Inzwischen haben die zuständigen städtischen Referate die Regelungen vereinheitlicht. Einheitlich werden -deshalb sowohl der -verpachtete als auch der öffentliche Teil ab 15 Zentimetern Kerneisdicke freigegeben.

Die zweite Zerstörung Münchens: Bausünden nach dem 2. Weltkrieg

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Sie verweisen in Ihrem Schreiben auch auf den Nymphenburger Kanal (Zuständigkeit Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung). Als künstliches Gewässer und mit einer sehr geringen Wassertiefe ist der Nymphenburger Kanal nicht mit natürlichen oder naturnahen Gewässern wie dem Hinterbrühler See zu vergleichen. Unterschiedliche Wassertiefen und -strömungen bewirken beispielsweise, dass das Eis nicht überall gleich dick ist. Es kann nur davor gewarnt werden, augenscheinlich benutzbare Eisflächen zu betreten. Selbstverständlich wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern einen ungetrübten und insbesondere sicheren Eissport ermöglichen und überprüfen deshalb regelmäßig die Münchner Gewässer. Haben Sie doch bitte anhand unserer Erläuterungen Verständnis für die „15-Zentimeter-Marke“.

Liebe tz-Leser, bitte richten Sie Ihre schriftlichen Fragen an OB Ude - unter dem Stichwort „tz-Leser fragen den OB“ per Post an die

tz-Lokalredaktion

80282 München

per Fax an die Nummer 089/53 06 567

oder per E-Mail an: lokales@tz-online.de

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