Herr OB Ude, warum… gibt’s kein Radl-Tempolimit

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Was viele Bürger nicht wissen: In Grünanlagen und Parks gibt es für Radler Geschwinidgkeitsbegrenzungen.

München - "Warum… …gibt’s kein Radl-Tempolimit in den Parks?", fragt ein tz-Leser. Die Antwort von OB Christian Ude:

Geschwindigkeitsbegrenzung für Fahrradfahrer in den Parks von München? Leider werden „freilaufende“ Kinder und Behinderte mit Rollatoren von den Radfahrern beschimpft, weil das Fahrrad abgebremst werden muss und eben Kinder, Behinderte, Leute mit Hunden ein Hindernis sind, um auf der „Tour de France“ den Arbeitsweg zu bestreiten. Meiner Meinung nach sollten diese Fahrradraser mit Helm und Vollausrüstung auf die Bundesstraße oder den Mittleren Ring ausweichen, damit sie mit dem Geschwindigkeitsrekord im Anschluss bei den Kollegen protzen können und sich die Spaziergänger, Kinder und Behinderte im Park wieder sicher fühlen. Zumindest sollte eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Fahrradraser eingeführt werden.

MICHAEL LINNER, UNTERSCHLEISSHEIM

OB Udes Antwort:

Sie werden es kaum glauben, aber die von Ihnen gewünschte Geschwindigkeitsregelung gibt es bereits. Soweit in Grünanlagen und Parks die Wege als gemeinsame Geh- und Radwege beschildert sind (Zeichen 240 StVO) oder als „Gehwege, Radfahrer frei“ (Zeichen 239 mit Zusatzzeichen 1022 StVO), sind die Geschwindigkeiten dem jeweils aktuellen Fußgängerverkehr anzupassen. Es fehlt also nicht an Regeln, sondern an der Bereitschaft, sie auch tatsächlich einzuhalten und den Fußgängern gegenüber Respekt zu zeigen. Weitere Anordnungen von Geschwindigkeitsbegrenzungen für Radfahrer auf Sonderwegen sieht die Straßenverkehrsordnung nicht vor, sie wären also auch gar nicht zulässig. Die Wege in Grünanlagen bieten nicht die kürzeste Verbindung zwischen Eingang und Ausgang, sondern dienen in erster Linie der Erholung. Die Wege „mit gemischter Nutzung“ dienen also nicht dem Wunsch vieler Radler nach schnellstmöglicher Durchquerung der Anlage, sondern dem Bedürfnis der Spaziergänger, sich in der Parklandschaft aufzuhalten. Die Planer des Baureferats versuchen wegen dieser unterschiedlichen Interessenlage von Benutzern derselben Wege deshalb, Radrouten über verkehrsarme Parallelstraßen zu führen, um Konfliktsituationen zwischen Fuß- und Radverkehr zu vermeiden.

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