Herr OB Ude, warum …

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In der Residenzstraße drängen sich Fußgänger und Radler.

tz-Leser fragen, OB Christian Ude antwortet. Heute geht es um Radlfahrer in der Residenzstraße und um die Busverbindung zum Langwieder See.

... müssen die Radler hier nicht absteigen?

Frage:Es ist schon bekannt, was für ein begeisterter Radfahrer unser OB ist. Das sollte aber doch nicht dazu führen, dass den Radlern überall „Vorfahrt“ geboten wird. So ist die Radlrinne zwischen Franziskaner und Alter Post schon unter normalen Umständen zu schmal. Aber warum müssen jetzt während der Bauarbeiten die Radler nicht absteigen? Viele Touristen müssen jetzt damit rechnen, von den leider meist rücksichtslosen Radlern angerempelt zu werden. Etwas Rücksichtnahme könnte doch nicht schaden.

Helga Haberl, Schwabing

Antwort: Mit Ihrem letzten Satz haben Sie uneingeschränkt recht: Etwas mehr Rücksichtnahme könnte die Situation sehr entschärfen! Ich erlebe selber leider häufig, dass sich Radfahrer hier mit überhöhter Geschwindigkeit und mit aggressivem Fahrverhalten bewegen. Natürlich ist die Residenzstraße durch die Baustelle zur Verlegung von Fernwärmeleitungen noch mehr verengt worden. Die verbleibende Durchgangsbreite von fünf Metern müsste aber bei rücksichtsvollem Verhalten für Fußgänger und Radfahrer ausreichen. Eine Unterbrechung dieser Hauptroute des Radverkehrs kommt nicht in Betracht und wäre auch nicht durchsetzbar, da diese wichtige Nord-Süd-Verbindung täglich von bis zu 15 000 Radfahrern benutzt wird. Immerhin wird den Radfahrern zur Entlastung der Residenzstraße während der Bauarbeiten folgende beschilderte Parallelroute angeboten: Maximilianstraße, Falkenturmstraße, Hofgraben, Sparkassenstraße, Viktualienmarkt, Rosental. Die Radfahrer dürfen aber auch den Gehweg Residenzstraße mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ in Schrittgeschwindigkeit benutzen. Im Rahmen der personellen Möglichkeiten, die natürlich beschränkt sind, wird die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit auch überwacht. Nach Auskunft des Kreisverwaltungsreferates besteht kein Grund, das Radfahren in diesem Bereich generell zu untersagen. Außerdem gebe es auch nur zu „Spitzenzeiten“ nachhaltige Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern. Der Stadtrat wird sich im Herbst mit einer grundlegenden Neuordnung der Fußgängerbereiche und der Fahrrad-Nord-Süd-Verbindung befassen.

… fährt kein Bus zum Langwieder See?

Frage: Die Stadt München hat mit erheblichem Aufwand das Naherholungsgebiet Langwieder und Birkensee auch mit geeigneten Parkplätzen geschaffen. Die Busverbindung wurde aber leider eingestellt. Nun verfügen aber weder Schüler noch Rentner über andere Möglichkeiten, zu den Seen zu kommen. Warum lässt man die Busverbindung nicht wieder aufleben? Dabei könnte der Bus auch über Allach fahren.

Wolfi Betlejewski, Allach

Antwort: Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat bereits erstmals 2001 auf eigene Initiative hin die Sonderlinie Badebus von Pasing zum Langwieder See eingerichtet. Leider zeigte sich trotz mehrfacher Anpassung des Konzeptes, dass die Zahl der Nutzer pro Betriebstag zuletzt stark zurückging. Eine freiwillige und bei Weitem nicht kostendeckende Leistung kann jedoch auf Dauer nicht aufrecht erhalten werden, da die MVG ihre gesamten Betriebsleistungen im Wesentlichen aus Fahrgeldeinnahmen finanzieren muss. Allerdings gelang es, das Angebot eines Badebusses auch in diesem Sommer fortzuführen. Die MVG-Kooperationspartner „Autobus Oberbayern“ und „Münchner Linien“ haben das Konzept des Badebusses von der MVG übernommen und fahren seit 1. Juni auf eigene Rechnung und eigenes finanzielles Risiko zwischen dem S-Bahnhof Lochhausen und dem Langwieder See. Sie versuchen, durch die Gewinnung von Sponsoren den Betrieb kostendeckend zu finanzieren. Die Abfahrt vom S-Bahnhof Lochhausen erfolgt im 20-Minuten-Takt, statt wie bisher von Pasing aus im 40-Minuten-Takt, und ist daher deutlich attraktiver. Die Taktverdichtung ist aufgrund der kürzeren Fahrzeit möglich; von der S 4 sowie der Buslinie 161 aus in Richtung Pasing bestehen optimale Anschlüsse. Mit der Bedienung vom S-Bahnhof Lochhausen war auch der Stadtrat einverstanden. Eine alternative Linienführung über Allach und Untermenzing wurde geprüft (eine direkte für den Bus geeignete Straßenverbindung zum Langwieder See gibt es nicht, so dass auch in diesem Fall über Blutenburg und die BAB 8 gefahren werden müsste). Für diese Linienführung wäre allerdings eine deutlich längere Fahrzeit erforderlich, was jedoch für die Nutzer aus dem Bereich Pasing zu einer deutlichen Attraktivitätsminderung geführt hätte. Außerdem hätte ein zusätzlicher Bus eingesetzt werden müssen, um den Takt nicht noch weiter zu vergrößern; dies hätte aber eine noch geringere Kostendeckung zur Folge, weshalb dieser Vorschlag nicht weiter verfolgt wurde.

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