Herr OB Ude, warum ...?

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Der Blick auf die Marktstandl.

München - Münchner Bürger fragen, Oberbürgermeister Christian Ude antwortet. Heute geht es um die Gestaltung des Wiener Platzes in Haidhausen.

Frage: Den nahe gelegenen Genoveva-Schauer-Platz verschönern circa 20 Pflanztröge mit herrlichen Blumen. Auf dem Wiener Platz hingegen findet man nur mausgraue Bänke und nicht einen einzigen Pflanztrog. Warum ist der Platz so lieblos gestaltet?

Gertrud Aufleger, Haidhausen

Antwort: Tut mir Leid, aber Ihrem negativen Urteil kann ich mich in keiner Weise anschließen. Bis in die 1990er-Jahre querten am Wiener Platz von früh bis spät Fahrzeuge. Parkende Autos und willkürlich verteiltes Mobiliar blockierten zusätzliche Flächen. Schließlich beschloss der Stadtrat, den Platz vom Verkehr zu befreien – endlich konnte er wieder zum eigentlichen Mittelpunkt im Stadtviertel werden, wie im Programm zur Stadtteilsanierung Haidhausen vorgesehen.

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Die Umgestaltung, geplant und realisiert durch das Baureferat, berücksichtigt das Resultat des ersten Konsens-Bürgerbeteiligungs-Verfahrens der Landeshauptstadt München: „Wiener Platz Forum“ im Jahr 2000 auf Initiative des Bezirksausschusses Au-Haidhausen. Das Ergebnis belebt den Wiener Platz neu: Die großzügige Gestaltung gibt Gebäuden Wirkung und Menschen Freiraum. Voraussetzung für diese ruhige, klassische Atmosphäre: Einheitlichkeit.

Sie gelang, weil auch die Privatfläche vor dem Hofbräukeller einbezogen werden konnte, mit Zustimmung und Finanzierung durch das Staatliche Hofbräuhaus. Nun lädt eine ebene, gepflasterte Fußgängerzone zwischen der Inneren Wiener Straße und der Sckellstraße ein zum Flanieren und Verweilen, zum Entdecken von Vertrautem – und Verändertem: Der Maibaum findet sich an anderer, angemessener Stelle wieder, die alten Bäume säumen Bänke. Der Markt bekam Zuwachs durch drei offene Marktschirme und zwei „Ganserl-Pavillons“ vom Viktualienmarkt. Von dort kam auch der „Fischerbuberl-Brunnen“ von Ignatius Taschner (Abguss von 1934, Original ­circa 1910).

Er musste dem Wiederaufbau der Schrannenhalle weichen und spendet hier im Sommer wie im Winter Frischwasser. Um Transparenz und Weite zu schaffen, verzichtete man auf neue Pflanz­ungen, entfernte überflüssiges Mobiliar und verlegte Nötiges in die Randbereiche. Der so befreite Raum betont die Blickachsen zum Grün des Isarhoch­ufers auf der einen und zur imposanten Johanniskirche auf der anderen Seite. Entstanden ist damit ein neues, altes Zentrum der Lebendigkeit, ein Marktplatz für Austausch, Anregung und Erholung, ein Ort für große Feste und die kleinen Begegnungen des Alltags.

Als Fazit kann gesagt werden, der Wiener Platz ist auf keinen Fall lieblos gestaltet. Der Platz ist der örtlichen Situation entsprechend anders gestaltet als der Genoveva-Schauer-Platz, jedoch mit viel Sorgfalt sowie in enger Abstimmung mit Anwohnern und dem Bezirksausschuss als Vertreter aller Bürger und Bürgerinnen im Stadtviertel.

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