Herr Ude, warum ist der Winterdienst so lahm?

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Ob Fußgängerzone wie hier am Karlstor oder Ein- und Ausfallstraßen: Der Münchner Winterdienst hat viel zu tun

München - "Warum schafft es die Stadt nicht, einen ordentlichen Winterdienst außerhalb des Vollanschlussgebietes zu machen?", fragt einer unserer Leser. Oberbürgermeister Christian Ude antwortet.

Warum schafft es die Stadt nicht, einen ordentlichen Winterdienst außerhalb des Vollanschlussgebietes zu machen? Zum Beispiel Montag, der 13. Dezember: Selbst um 12 Uhr ist die Wasserburger Landstraße, eine der wichtigsten Hauptstraßen im ­Osten, nur solala geräumt, aber nicht gesalzen – und die Autos rutschen fröhlich herum. Die Nachbargemeinden wie Haar und Vaterstetten, Baldham und Otto­brunn hatten in letzter Zeit sogar die Nebenstraßen vorbildlich geräumt. Warum schaffen die das, die Stadt aber nicht?

Micaela Brummer, per E-Mail

Antwort: Das zuständige Baureferat teilt zu Ihrem „Beschwerdetag“ Folgendes mit: „An diesem Tag begann über Nacht ein starker Schneefall. Aus diesem Grund starteten be-reits vor 2 Uhr in der Nacht die Räumeinsätze. Das Räumen ist Grundvoraussetzung für den Einsatz von Streufahrzeugen. Letztere begannen ihren ersten Streueinsatz gegen 3 Uhr. Erschwerend zu dem starken Schneefall kam in dieser Zeit der Temperaturverlauf hinzu. Sonntagabend hatte es im Bereich der Wasserburger Landstraße noch 4 Grad Celsius, der Schneefall begann in der Nacht bei 1 Grad. Während der Einsätze setzte die vom Deutschen Wetterdienst prognostizierte arktische Kaltwetterfront ein. Aus diesem Grund wurden ab etwa 10 Uhr weitere Einsätze durchgeführt.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die ‚Salzstrecke‘, zu welcher auch die Wasserburger Landstraße gehört, eine Länge von 53 Kilometern aufweist. Auf dieser Strecke wurden am besagten Tag insgesamt 13,5 Tonnen Salz aufgebracht. Die Ring- und Einfallstraßen der Stadt München werden an Werktagen teilweise von über 100 000 Fahrzeugen befahren, was zusätzlich die Durchführung des Winterdienstes erschwert.

Zu Ihrem Vergleich mit den Nachbarkommunen möchten wir aufführen, dass besondere Witterungsumstände wie am 13. Dezember 2010 ohne Ausnahme für alle Straßenbaulastträger enorm komplex und aufwendig sind.“

Warum gibt es in unserer Stadt eine Menge Ampelanlagen, die total überflüssig sind? Beispiel Kreuzung Herzog-/Erich-Kästner-Straße. Die Anlage ist seit einem viertel Jahr abgeschaltet, und niemandem geht sie ab. Im Gegenteil, der geringe Verkehr läuft flüssiger ab als zuvor. Die Anlage stammt aus einer Zeit, in der die Erich-Kästner-Straße, heute eine Sackstraße zum Hohenzollernplatz, noch Tengstraße hieß und eine durchgehende Verbindung war. Bitte sorgen Sie dafür, dass der jetzige Zustand erhalten bleibt. Ich bin der Überzeugung, dass es noch mehr solche unnützen Anlagen gibt.

Otto S. Härtl,West-Schwabing

Antwort: Sie haben ja so recht! Die verkehrlichen Verhältnisse haben sich tatsächlich seit der Errichtung dieser Ampelanlage grundlegend geändert. Deshalb wird ja diese Kreuzung zurzeit unter die Lupe genommen.

Das Kreisverwaltungsreferat befasst sich seit Anfang 2010 intensiv mit dem Thema „Ampelabbau“. Schon im letzten Jahr wurden zehn Ampelanlagen abgeschafft. Da es insgesamt 1100 Lichtzeichenanlagen gibt und viele Aspekte und Interessen zu prüfen sind, dauert die Überprüfung im gesamten Stadtgebiet aber einige Zeit.

Die Ampel an der Erich-Kästner-/Herzogstraße wurde im Juni außer Betrieb ge-nommen, um auszuloten, ob die Verkehrssicherheit auch so gewährleistet werden kann. Über den endgültigen Abbau wird noch dieses Jahr entschieden. Sie können da ganz optimistisch sein.

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