Straßenschilder fehlen

Herzinfarkt – Arzt findet das Haus nicht!

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Herzinfarkt: Ernst Reisinger wartete auf den Arzt

München - Der Pasinger Ernst Reisinger (73) hat einen Herzinfarkt erlitten - doch die Hilfe verzögerte sich, weil der Arzt das Haus nicht fand. Die Beteiligten berichten von der dramatischen Nacht.

Schweißgebadet sitzt Ernst Reisinger (73) um zwei Uhr morgens in seinem Wohnzimmer, bekommt fast keine Luft mehr. Ihm ist übel. Seine Frau Gisela steht am Fenster, wartet seit einer halben Stunde auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst, der mit dem Taxi unterwegs ist.

Der Josef-Osterhuber-Platz: Mittlerweile hat die Stadt Straßenschilder aufgestellt – allerdings nur provisorisch

„Ich hab dann ein Taxi in der Planegger Straße auf und ab fahren sehen“, sagt Gisela Reisinger zu Hallo München. „Da hab ich das Fenster aufgemacht, gerufen und gewunken. Die haben unseren Platz nicht gefunden.“ Der Grund: Die Stadt hatte das Straßenschild für den neu bebauten Josef-Osterhuber-Platz, an dem das Paar wohnt, noch nicht aufgestellt. Auch Dr. Hyun Kyung Lee, die Notärztin, erinnert sich an die dramatische Nacht. „Obwohl der Taxifahrer die Gegend sehr gut kennt, haben wir gesucht und gesucht“, sagt sie. Die Ärztin diagnostizierte einen Herzinfarkt, es war höchste Zeit, dass Ernst Reisinger ins Krankenhaus kam.

Heute geht es ihm wieder gut. „Ich hatte Glück. Bei mir entstand trotz Warten kein Muskelschaden.“ Über die fehlenden Schilder kann er nur den Kopf schütteln: „Der Neubau wurde schon lange bezogen. Der Vorplatz ist zwar noch nicht fertig, trotzdem muss man hier doch Schilder anbringen“, sagt er. Im November schrieb er darum eine E-Mail an OB Christian Ude (SPD). „Ich dachte: Was ist, wenn wieder was passiert und der Notdienst kommt wieder zu spät? Es leben ja noch ältere Menschen als ich in dem Haus …“ Weil er keine Antwort bekam, wandte sich Reisinger an den Bezirksausschuss – mit Erfolg: Die Straßenschilder wurden aufgestellt.

Erste Hilfe bei Herzinfarkt

Erste Hilfe bei Herzinfarkt

Laut Silke Pesik, Sprecherin des Kommunalreferats, taufte der Stadtrat den Josef-Osterhuber-Platz schon am 18. Mai 2006. Wenig später habe das Vermessungsamt das Baureferat schriftlich gebeten, den Josef-Osterhuber-Platz auszuschildern. „Das kann aber erst erfolgen, wenn der Platz fertig ist. Der Platz ist ja noch eine Baugrube“, sagt Dagmar Rümenapf, Sprecherin des Baureferats. „Die jetzigen Schilder sind auch nur provisorisch aufgestellt.“

Marie-Anne Hollenz

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